Synonyme: Aucuparia silvestris, Mespilus aucuparia, Pirus aucuparia, Pyrus aucuparia;
Vogelbeerbaum
Historisches: Der Gattungsname Sorbus ist ein bereits bei Plinius, allerdings für Sorbus domestica, gebrauchter Pflanzenname. Der Artname aucuparia leitet sich vom lateinischen aucupari (vogelstellen) ab, da die Beeren zum Vogelfang dienten. Der Name Eberesche ist erst seit dem 16. Jh. gebräuchlich und wird von "Aber"esche, nämlich "unechte Esche" im Hinblick auf die escheähnlichen Blätter, hergeleitet. Die Beeren der Hauseberesche, Sorbus domestica, verwandte Hippokrates als adstringierendes Mittel. Dagegen war Sorbus aucuparia, der Vogelbeerbaum, im Altertum unbekannt. In der germanischen Mythologie war er dem Gewittergott Donar geweiht. Lange Zeit haben sich noch in einigen Gebieten, z.B. im Westfälischen, Sitten erhalten, wonach man zur Walpurgisnacht Eschenzweige über Haus- und Stalltüren steckte, um Drachen und Blitz fernzuhalten. Frische Beeren dienten schließlich lange Zeit volkstümlich als Abführmittel.
Drogen: Sorbi aucupariae fructus (syn. Baccae sorbi, Fructus Sorbi aucupariae, Fructus Sorborum); Vogelbeeren (syn. Ebereschenbeeren, Ebereschenfrüchte, Drosselbeeren), die reifen, getrockneten oder die gekochten und danach getrockneten Früchte.
Inhaltstoffe: Ascorbinsäure (0,06-0,13 %, nicht-bittere Früchte bzw. 0,03-0,045 %, bittere Früchte), Parasorbinsäure (0,04 %, Frischgewicht), die beim Trocknungsprozeß zur Sorbinsäure abgebaut wird, ferner cyanogene Glykoside (0,06 %, bes. in den Samen lokalisiert), Zucker (ca. 11 %, bes. Saccharose) sowie in vergleichbarer Menge Sorbit. In den halbbitteren Früchten ist der Zuckergehalt etwa halb so hoch, jedoch der Sorbitgehalt deutlich höher.