"[I.129. - Ebenholz] - Diospyros Ebenum (Ebenaceae) - Ebenholz
Als das beste Ebenholz gilt das äthiopische, schwarze, adernfreie, weiches an Glätte dem polirten Horn gleich und auf dem Bruche fest ist, einen beißenden und etwas zusammenziehenden Geschmack hat und auf Kohlen geworfen mit Wohlgeruch und ohne Rauch verbrennt. Wird es im frischen Zustande dein Feuer genähert, so entzündet es sich wegen des Fettgehaltes. Auf einem Schleifsteine gerieben wird es etwas gelblich. Es gibt auch eine indische Sorte, welche weiße und gelbe Adern und gleichmäßig dicht gehäufte Flecken bat; indes besser ist das erstere. Einige verkaufen das Maulbeer- oder Akantholz, welches ähnlich ist, statt des Ebenholzes. Es wird aber daran erkannt, dass es porös ist und in kleine Splitter von purpurartiger Farbe zerfällt, welche nichts Beißendes im Geschmack haben noch auch (oder) beim Räuchern angenehm riechen. Es hat die Kraft, das zu vertreiben, was die Pupille verdunkelt, auch wirkt es gegen alte Flüsse und Pusteln.
Wenn aber Jemand ein feines Pulver daraus macht und es zu Kollyrien gebraucht, so wird er besser daran tun. Es wird ferner auch zu den Augenmitteln verarbeitet, indem die Dreh- oder Raspelspäne in Wein von Chios einen Tag und eine Nacht macerirt und dann sorgfältig zerrieben zu Kollyrien gemacht werden. Einige zerreiben dasselbe vorher, sieben es ab und behandeln es weiter auf dieselbe Weise. Andere aber verwenden Wasser statt Wein. Es wird auch in einem rohen (neuen) Topfe bis zur Verkohlung gebrannt und gewaschen wie gebranntes Blei. Ein solches ist ein gutes Mittel gegen Augenkrätze und trockene Augenentzündung."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)