"Acacia arabica (Vachellia nilotica)
"Die Acacia arabica kommt nach Ehrenberg’s Erfahrung in Unter - Ägypten mit kahlen Hülsen vor, in Ober-Ägypten aber werden diese durch die Dürre des Bodens filzig. ...
In Ägypten wird jetzt, wie Ehrenberg bemerkt hat, von der Acacia arabica kein Acaciensaft — der nun freilich wohl nicht mehr gebraucht oder verlangt wird — aber auch kein Gummi mehr gesammelt, weil der Landmann in den Gegenden, wo sie vorkommt, sich mit dem Feldbau beschäftigt, der ihm mehr einträgt als das Gummisammeln. In Indien könnte nach Roxburgh’s Meinung von der Acacia arabica das Gummi in großer Menge gesammelt und zu geringem Preise in den Handel gebracht werden, wenn die Eingebornen es nicht selbst gebrauchten. Sie vermengen es mit den Kuchen, welche nach dem Pressen des Sesamöhles übrig bleiben, und benutzen dieses Gemenge als Nahrungsmittel. An einem andern Orte aber sagt Roxburgh, dass in Indien die Acacia arabica kein Gummi erzeuge. Das was man im Lande gebrauche, hieße aus seiner Erfahrung Feronia elephantum."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Zehnter Band. 1827)

"Acacia vera (Vachellia nilotica)
"Die Acacia vera wurde von Linne mit der Acacia arabica zusammen als Mimosa nilotica beschrieben. ...
Der durch Zerstoßen und Auspressen der noch unreifen Hülsen erhaltene und bis zur Extractdicke verdunstete Saft dieser Acacie, so wie auch wahrscheinlich der der Acacia arabica, ist in den Arzneyvorrath unter dem Namen Succus Acaciae verae s. aegyptiacae als ein adstringirendes und tonisches Mittel bekannt geworden, welches bey chronischen Diarrhöen und Blutfiüssen angewendet wurde.
Auch erhalten wir das aus dieser Acacie ausfließende Gummi, und zwar wollte man ehedem, dass nur von ihr und der Acacia arabica das sogenannte Gummi arabicum herstamme, womit aber die schon erwähnten, neuerlich von Ehrenberg gemachten Erfahrungen nicht übereinstimmen."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Zehnter Band. 1827)