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"[IV.159. - Stachelige Wolfsmilch] - Euphorbia spinosa (Euphorbiaceae) - Stachelige Wolfsmilch
Das Hippophaes [Einige nennen es Hippophyes, Andere Hippophanes, Hippion, Echinion, Pelekinos, die Römer Lappago, auch Lappolamera], womit sie die Kleider walken, wächst am Meere und an sandigen Stellen. Es ist ein verzweigter, dichter, ausgedehnter Strauch mit grossen, den Oelblättern ähnelnden Blättern, sie sind aber schmaler und weicher, dazwischen stehen trockene, weissliche, kantige Dornen in Abständen von einander. Die Blüthen gleichen den Dolden des Epheu, sie sitzen wie Trauben neben einander, nur sind sie kleiner und weich und theils weissroth. Die Wurzel ist dick und weich, saftig, schmeckt bitter und wird wie die Thapsia zur Saftgewinnung benutzt.
Der Saft wird für sich allein aufbewahrt oder auch mit Erbsenmehl gemischt und getrocknet. Unvermischt in der Menge von 1 Obolos fahrt er das Gallige, Wässerige, Schleimige nach unten ab, mit Erbsenmehl aber zu 4 Obolen in Honigmeth. Auch der Strauch mit den Wurzeln wird getrocknet und zerstossen und fein zerrieben mit anderthalb Kotylen Honigmeth gegeben. Es wird aber auch aus der Wurzel und dem Kraut ein Saft hergestellt wie bei der Thapsia; von diesem wird 1 Drachme zum Purgiren gegeben."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)