"Weißwurzliger Diptam, weißer Diptam, gemeiner Diptam, Schlechtwurzel, Spechtwurzel, Ascherwurz, Escherwurz.
Wächst in mehreren Gegenden Deutschlands, so wie auch in Frankreich und Italien, in bergigen Wäldern.
Blühet im Junius und Julius.
Die Wurzeln dieses Gewächses, Radices Dictamni albi , sind in den Arzneyvorrath aufgenommen worden. Jedoch wird nur der rindige Theil der Wurzel gesammelt, und der minder wirksame, holzige davon abgesondert, weshalb man sie auch stets in drey bis fünf Zoll langen, aufgerollten Stücken findet.
Das ganze Gewächs besitzt einen starken, fast citronenartigen Geruch und einen bittern Geschmack. Die Blumen desselben hauchen bey heitern, stillen Sommernächten einen entzündlichen Duft aus, der bey Annäherung einer brennenden Kerze sogleich in eine Flamme ausbricht, die sich um das ganze Gewächs verbreitet. Beym Trocknen verliert es allen Geruch, weshalb es alsdann mehr zu den rein bittern Mitteln gerechnet werden muss.
Man empfahl sonst diese Wurzel gegen Würmer, Fehler der Verdauung, beym gänzlichen Mangel des Monathsflusses und bey den dadurch entstehenden epileptischen Zufällen, so wie auch bey Wechselfiebern und bey Atrophie der Kinder."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Sechster Band. 1855.)