"[II.111. - Dinkel] - Triticum spelta (Gramineae) - Dinkel
Es gibt zwei Sorten Dinkel, die eine wird die einfache, die andere die zweikernige genannt, welche den Samen in zwei Spelzen enthält. Er ist nahrhafter
als Gerste, wohlschmeckend, für die Brodbereitung aber weniger Nahrung abgebend als der Weizen."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)
"[II.112. - Schrot]
Das Schrot ist das Grobe bei der Bereitung des Mehls, es wird vom Dinkel und Weizen gemacht, aus ihm wird der Brei hergestellt. Es ist sehr nahrhaft und leicht verdaulich. Das vom Dinkel stellt den Bauch mehr, besonders nach vorheriger Röstung."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)
"[II.113. - Olyra] - Triticum zea, monococcum (Gramineae) - Weizenarten; Secale cereale - Roggen
Zu derselben Getreideart wie der Dinkel gebart die Olyra, sie ist aber um
etwas weniger nahrhaft als jener. Sie wird aber auch zur Brodbereitung
verwandt, auch ein grobes Mehl wird davon gemacht."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)
"[II.114. -Athera]
Athera wird aus dein fein gemahlenen Dinkel bereitet; es ist ein schleimiger Trank wie flüssiger Brei, den Kindern zuträglich. Sie eignet sich auch zu Kataplasmen [welche lindern und den Eiter anregen]."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)
"[II.118. - Graupen]
Die Graupen (Chondros) werden aus dem sogen. zweikernigen Dinkel gemacht; sie sind nahrhafter als der Reis, den Bauch mehr stopfend und dem Magen weit bekömmlicher. Mit Essig gekocht und eingesalbt vertreiben sie Aussatz, entfernen schuppige Nägel und heilen Aegilops im Entstehen. Die Abkochung davon ist den an Dysenterie Leidenden heilsam. [Die Graupen werden auf folgende Weise gemacht: Der Dinkel muss enthülst, abgestiebt, in warmes Wasser geworfen und ausgedrückt werden. Dann muss gestoßener weißer ungelöschter Kalk fein gesiebt werden. Darauf mische man nach und nach mit dem Kalk den vierten Teil weißesten und feinsten Sand, dieses wiederum streue man auf den Dinkel. Es muss aber in den Hundstagen verrichtet werden, damit es nicht säure. Wenn alles aufgestreut ist, siebe das dickere ab. Die besten sind die zuerst abgesiebten Graupen, die zweite Sorte kommt nach diesen, die dritte ist minderwertig.]"
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)
"[II.123. - Stärkemehl] - Triticum spelta (Gramineae) - Dinkel
Amylum wird es genannt, weil es ohne Mühle hergestellt wird. Das beste ist das aus dem Sommerweizen bereitete, das kretische oder ägyptische. Es wirft hergestellt aus dem reinen Sommerweizen, welcher fünfmal des Tages und wo möglich auch des Nachts mit Wasser übergossen wird. Wenn er weich geworden ist, muss man das Wasser vorsichtig abgießen, ohne zu pressen, damit nicht das Nutzbare mit weggespült wird. Wenn er sehr weich geworden erscheint, gieße das Wasser ab, um ihn mit den Füssen zu zertreten, dann muss man wieder Wasser zugießen und treten. Darauf muss man die obenaufschwimmenden Hülsen mittelst eines Durchschlages abnehmen und das Übrige nach dem Coliren auf ein Seihegefäß bringen und nachdem man es abgeseiht hat schnell auf heißen Steinen in brennendster Sonnenhitze trocknen; denn wenn es kurze Zeit feucht bleibt, säuert es. Es wirkt gegen Augenflüsse, Höhlungen (Cavernen) und Pusteln. Genossen stellt es den Blutsturz und lindert die Schmerzen in der Luftröhre. Es wird auch der Milch und den Speisen zugesetzt. Es wird aber auch aus gesiebten und ein bis zwei Tage eingeweichtem Dinkel gemacht, welcher dann nach Art des mit Wasser angerührten Weizenmehls mit den Händen abgepresst und in schärfsten Sonnenhitze getrocknet wird, wie oben angegeben ist. Ein solches ist aber zum arzneilichen Gebrauche nicht geeignet, im Übrigen aber wohl zu verwenden."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)