"Erdtpfrimmen werden von ettlichen auch klein Streichblumen geheyssen. Man nent sie auch nit unbillich stechend Ginst / umb der stechenden stengeln und bletter willen. Zu Latein würdt diß kraut Genistella / das ist / klein Ginst genent.
Erdtpfrimme ist ein steüdlin nit über zwo spannen hoch / mit stechenden stengeln / welche an der farb grün / und zum teyl rotlecht seind / mit kleinen blettlin / wie die Linsen / bekleydet. Seine blumen steen drauschlecht bey einander an einem yeden stengelin / erstlich als die ähern / seind an der farb geel / und den Wicken oder Erbsen blumen nit ungleich. Dise werden zu kleinen schäflin / darinn findt man runden rotlechten samen. Die wurtzel ist lang und holtzecht.
Erdtpfrimmen wechst auff den dürren / sandigen / unn ungebawten feldern.
Im Meyen bringt die Erdtpfrimme jhre geele blume / die werden im Brachmonat zu kleinen schäflin.
Erdtpfrimmen trücknen seer auß / doch on alle scherpffe / das zeygt klärlich an der geschmack / welcher bitter ist / und zusamen zeücht.
Der sam widerstrebt den gifftigen thieren. Die bletter in wasser gesotten unn getruncken / stellen der frawen kranckheyt / und den bauchfluß. Und hat zwar die Erdtpfrimme fast einerley krafft und würckung mit dem kraut Roßzagel geheyssen."
(Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543)