"Gemeine Hauswurz, Hauslaub, Hauslauch, Donnerbart, Wunderbar, Immergrün.
Wächst in ganz Deutschland, so wie in den übrigen europäischen Ländern, auf Dächern,
Mauern und trocknen Hügeln.
Blühet vom Julius bis in den September.
Die Blätter, Folia Sempervivi s. Sedi majoris, werden nur im frischen Zustande benutzt,
und sind daher niemals getrocknet aufbewahrt worden.
Sie sind, so wie alle Theile des Gewächses, geruchlos und enthalten einen wässrigen, etwas
salzig schmeckenden, kühlenden Saft. Nach Hagen wird dieser
Saft durch Vermischung mit gleichen Theilen Weingeist verdickt oder niedergeschlagen. Diese
Mischung pflegt man als Schminke zu gebrauchen; oder man setzt auch so lange Weingeist hinzu,
bis der Niederschlag nicht mehr vermehrt wird, und bedient sich dann desselben, als Salbe oder
Pomade aufbewahrt, zu gleicher Absicht. Man gebrauchte sonst auch dieses Gewächs als ein gelind
zusammenziehendes Mittel, sowohl innerlich als äußerlich. Der ausgepresste Saft wurde bey Geschwüren
und Krankheiten der Haut empfohlen, so wie auch mit Honig vermischt bey den
Schwämmen der Kinder."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Sechster Band. 1855.)