"Huswurtz [A. A. Semperviva]. (Sempervivum tectorum.) Der Hauswurz ist warm und dem Menschen
mcht nützlich, weil er fett ist; sein Genuss würde Wollust erzeugen
und bis zum Wahnsinn steigern. Gegen Impotenz soll Hauswurz in
Ziegenmilch so lange gelegt werden, dass er ganz davon durchzogen
ist, dann mit der Milch gekocht und einige Eier zugegeben werden.
Dieses Gericht drei oder fünf Tage lang genossen, soll Zeugungskraft
verleihen - (is) et ad prolem florebit. - Gegen Sterilität der Frau
nützt dieses Gericht nicht. Gegen Taubheit nehme man Milch von
einer Frau, welche einen Knaben geboren hat, zehn oder zwölf
Wochen nach der Geburt, mische Saft vom Hauswurz dazu und
tröpfele öfters drei oder vier Tropfen in die Ohren."
(Hildegard von Bingen: Physica (Liber simplicis medicinae), 1150 - 1160)