"Unter dem Namen Semen Amomi bewahrt man jetzt in den Officinen , den aus Ostindien und Mexiko kommenden Nelkenpfeffer , der von Mvrtus Pimenta L. eingesammelt wird. Ob dies Gewürz auch das der Alten ist, bleibt sehr zweifelhaft. Euricios Cordus nebst seinem Sohne Talerius und mehrere andere hielten Anastatica bierochuntina L. für das Amomum der Alten. Cäsalpin zieht die Cubeben dahin u. s. w. Dioscorides beschreibt unter dem Namen Amomon eine windende Pflanze von aromatischem Gerüche, die in Armenien, Medien und am Pontus wachse , doch sey die armenische die beste. Rauwolf sah in den Kramläden zu Aleppo eine Droge, die man Amomon nannte, die er aber in seinem Reisebericht so beschreibt, dass man auf die Pflanze, welche sie liefert, durchaus nicht schließen kann. Indessen wird dafür Cissus vitiginea L. eine Schlingpflanze angegeben, die allerdings mit der von Dioscorides gegebenen Beschreibung Aehnlichkeit hat, aber nicht in Armenien, sondern in Indien wächst. Endlich wurden auch ehedem in unsern Officinen die Samen von Sison Amomum L. für das wahre Amomon der Alten gehalten. Welche von diesen Meinungen die richtige ist, oder ob alle falsch sind, muss ich Andern zur Beurtheilung überlassen.
Die Hippokratiker gebrauchten das Amomon so wie andere Gewürze zu Muttertränken."
(J.H.Dierbach: Die Arzneimittel des Hippokrates, 1824)