"Cinchona condaminea (Cinchona officinalis)
Die echte Rinde der Cinchona Condaminea von Hrwnboldt gesammelt, und Quina de Loxa bezeichnet , lässt folgende Merkmale an sich wahrnehmen. Es sind Stücke von einer halben bis einer ganzen Linie dick, leicht zerbrechlich, theils zusammengerollt, theils eingerollt,von einem Sechstel - bis über einen Drittelzoll im Querdurchmesser. Die äußere Fläche längsrunzlig mit mehr oder weniger entfernten, zerstreuten, kurzen Querrissen, deren Ränder wenig aufgetrieben sind, mit zerstreuten, warzenartigen Höckern besetzt, von ungleich brauner Farbe, bald ins Schwärzliche, bald ins Gelbliche fallend, von der Oberhaut bald steingrau, bald aschgrau zerrissen-bedeckt. Die innere Fläche ziemlich eben, gestreift, rostfarbig-zimmtbraun. Der Bruch von gleicher Farbe, meist eben, nach innen wenig faserig, nach aufsen unter der Oberhaut dicht, einen dunkelbraunen Ring bildend. Der Geschmack eigenthümlich, zusammenziehend, etwas säuerlich und nur wenig bitter."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Siebenter Band. 1855.)

"Cinchona cordifolia (Cinchona pubescens)
Von der Cinchona cordifolia erhalten wir nach meiner Untersuchung und Vergleichung mit den Humboldt'schen Rinden, welche bezeichnet sind: Quina jaune de St. Fe, und also von Cinchona cordifolia abstammen, mehrere Sorten von Fieberrinden. Vom Stamme kommt die, welche in Cadiz flache oder ungerollte Quina de Calisaya heißt, und bey uns unter dem Namen Königsfieberrinde, Cortex Chinae regius, bekannt ist, und zwar nennen wir sie unbedeckt oder bedeckt, je nachdem die obere Schicht fehlt, oder noch vorhanden ist; die dickem Äste geben die Quina de Calisaya in Röhren oder die gerollte Quina de Calisaya, die nicht so gewöhnlich vorkommt; und die dünnen Äste liefern die dort sogenannte Quina de Huanuco, von welcher man nach der mehreren oder mindern Dicke der Röhren eine größere und eine feinere unterscheidet, beide aber als braune Fieberrinde, Cortex Chinae fuscus im Handel Vorkommen.
Die Königsfieberrinde oder flache Quina oder China de Calisaya kommt in Stücken vor, von einem Viertelzoll dick und darüber, ist gewöhnlich rinnenförmig eingekrümmt, bey der unbedeckten öfters flach, einen halben bis ganzen Zoll breit. Die äußere Fläche ist sehwärzlich-zimmtbraun : bey der bedeckten mit steingrauen und aschgrauen Flecken — Überresten der Oberhaut und der Kruste der Opegraphen, womit diese Rinde schon in der Jugend besetzt ist — belegt, runzlich -längsrissig mit ziemlich regelmäßig entfernten Querrissen, die mit den Längsrissen nicht selten ein Netz bilden; bey der unbedeckten hin und wieder flach vertieft. Die innere Fläche der Länge nach gestrichelt von hellerer Farbe als die äußere. Der Bruch verschieden: die äußere Schicht glatt, röthlich kaffeebraun, bey der bedeckten ins rußbraune übergehend; die innere, dickere Schicht fein- und kurzfaserig; der Längsbruch mit blitzenden Punkten oder kleinen Spießschen dicht - bestreut. Der Geschmack bitter, etwas zusammenziehend und wenig säuerlich.
Die gerollte Quina oder China de Calisaya unterscheidet sich von der flachen, wenn diese bedeckt und rinnenförmig ist, bloß dadurch, dass sie zusammen - oder eingerollt ist, dass ihr die äußere Schicht nirgend fehlt, mehr Oberhaut und Kruste von Opegraphen hat, und im Bruche dunkler von Farbe und weniger faserig ist. Von der Quina oder China de Huanuco schließt sich die gröbere an die gerollte China de Calisaya an; die feinere ist der echten Fieberrinde von Loxa der Humboldt’schen Sammlung ähnlich, unterscheidet sich aber von dieser durch die häufigen Querrisse, die oft ringsum laufen und an den Rändern aufgetrieben sind, und durch den gänzlichen Mangel an warzenartigen Höckern."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Siebenter Band. 1855.)

"Cinchona excelsa (Hymenodictyon orixense)
Die Cinchona excelsa welche von Roxburgli auf der Küste Coromandel entdeckt wurde, wird von den Telinga-Indianern Bundaroo genannt. ..."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Siebenter Band. 1855.)

"Cinchona lancifolia
Nach meiner Untersuchung erhalten wir von der Cinchona lancifolia drey verschiedene Chinasorten. Der Stamm und die dicksten Äste geben die gewöhnliche gelbe Fieberrinde, Cortex Chinae flavus, die im Handel als platte oder faserige gelbe China oder, wie sie in Cadiz heißt, Quina de Carthagena, vorkommt, von den weniger dicken Ästen wird die China de Carthagena in Röhren gesammelt, und von den dünnen Ästen schält man die Quina de Piura oder China Tenn. Man wird sich von der Wahrheit meiner Meinung nicht nur durch den Übergang der einen Sorte in die andere überzeugen, sondern auch dadurch, dass alle drey zu den wenig Chinastoff haltenden Sorten gehören; und dann lässt sich ja auch nicht denken, dass man in Südamerica, wo ein so bedeutender Handel mit den Fieberrinden getrieben wird, bloß den Stamm schälen und die Rinde der Äste unbenutzt lassen würde.
Die gelbe Fieberrinde, Cortex Chinae flavus, kommt in Stücken von einem Achtel- bis einen halben Zoll dick vor, ist sehr selten zusammengerollt, gewöhnlich flach und nur etwas rinnenartig eingekrümmt, einen halben bis ganzen Zoll breit. Die äußere Fläche ist etwas schmutzig-rostbraun , mehr oder weniger ins Ochergelbe fallend, theils längsstreifig, theils glatt mit einigen Unebenheiten, welche durch Entblößung von der obern Schicht und der Oberhaut, die hin und wieder sich noch als schmutzig oder gelblichweiße Flecken zeigt, entstanden sind. Die innere Fläche ist von gleicher Farbe, oder etwas dunkler oder schmutziger, gewöhnlich uneben und splitterig, doch auch nicht selten der Länge nach fein gestreift und eben. Der Bruch ist sehr grob und langfaserig, die äußere Schicht, wenn sie noch zugegen ist, etwas dichter, jedoch stets matt, niemals glänzend, selbst im Längsbruche höchst selten nur unbedeutend. Der Geschmack ist etwas bitter und wenig säuerlich."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Siebenter Band. 1855.)

"Cinchona oblongifolia (Ladenbergia oblongifolia)
In der schon öfter erwähnten Humboldt’ sehen Sammlung von Fieberrinden, findet sich auch die Rinde der Cinchona oblongifolia, mit der Bezeichnung Quina rouge de Sta. Fe. Es sind feste Stücke, fünf bis acht Zoll lang, eine Linie dick, nicht ganz zusammengerollt, von einem halben bis fünf Viertelzoll im Querdurchmesser. Die äußere Fläche ist ziemlich eben und fast glatt mit birkenweißer Oberhaut bedeckt, unter dieser kastanienbraun und leuchtend: bey den ältern Stücken schon Querrisse bekommend. Die innere Fläche matt, fein gestrichelt, kastanienbraun ins Blutsteinrothe fallend; bey den jüngern Stücken eben und ganz; bey den ältern etwas rissig. Der Bruch verschieden: die äußere Schicht, ein Drittel der ganzen Dicke, ist eben, glänzend, harzähnlich, maronenbraun; die innere Schicht, zwey Drittel der Dicke einnehmend, ist hervorragend splitterig, rostbraun, mehr oder weniger dem Zimmtbraunen sich nähernd, von der harzähnlichen Substanz der äußern Lage überall durchdrungen , was besonders im Längsbruche schon bey einer schwachen Vergrößerung bemerkbar ist. Der Geschmack zusammenziehend und etwas bitter. ...
Bey einem flüchtigen Blick wird man diese Rinde für himmelweit verschieden von der im Handel vorkommenden rothen Fieberrinde halten; aber etwas genauer betrachtet und verglichen, drängt sich einem bald der Gedanke auf, dass beide wohl nur durch das verschiedene Alter verschieden sich zeigen könnten, indem jene von den Ästen, diese hingegen von dem Stamme, oder doch von sehr dicken Ästen, genommen ist. Mir war dieser Gegenstand zu wichtig, als dass ich mich nicht hätte bemühen sollen, von mehreren Handelsplätzen Rinden von verschiedenem Alter zu bekommen ; und so befinde ich mich denn jetzt im Besitz der nöthigen Altersverschiedenheiten dieser Rinde, dass ich den allmähligen Übergang von der Humboldt’schen Rinde oder der China nova bis zu der rothen Fieberrinde ganz ungezwungen und befriedigend nachweisen, und daher auch mit Gewissheit aussprechen kann: die Cinchona oblongifolia ist das Gewächs, von dessen Stamme wir die im Handel und in der Pharmacologie bekannte rothe Fieberrinde, Cortex Chinae ruber erhalten, und dessen Äste die China nova geben.
Die rothe Fieberrinde bekommen wir in großen, ungerollten, kaum gebogenen Stücken, von zwey bis fünf Zoll lang, oft über 2 Zoll breit und 3 Achtel- bis 3 Viertelzoll dick. Die äußere Fläche ist uneben, kastanienbraun, durch die Überreste der Obeihaut stellenweis weißlich, oft mit tiefen, geradlinigten Querrissen, auch wohl mit flachen, unregelmäßigen Längsrissen. Die innere Fläche ist gewöhnlich uneben, auch wohl splitterig, rein oder auch schmutzig -zimmtbraun. Der Bruch verschieden: die äußere Schicht, ungefähr eine Linie dick, ist meist eben, mehr oder weniger glänzend, harzähnlich, maronenbraun; die innere Schicht den übrigen Theil der Dicke ausmachend, ist hervorragend - splittrig , von der äußern Fläche nach der innern hin aus dem Kastanienbraunen in das Rostbraune übergehend, von der harzähnlichen Substanz der äußern Schicht überall durchdrungen. Der Geschmack zusammenziehend und bitter."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Siebenter Band. 1855.)

"Cinchona ovalifolia (Macrocnemum humboldtianum)
Von der Cinchona ovalifolia wird die weiße Fieberrinde, Cortex Chinae albus, hergenommen, die bey uns aber nicht in dem Handel vorkommt; indessen ist sie doch neuerlich in den Codex medicamentarius sive Pharmacopoea Gallica mit aufgenommen worden.
Die von Humboldt mitgebrachte Rinde ist in der schon gedachten Sammlung bezeichnet: Quina blanc de St. Fe. Es sind Stücke von einer bis zwey Linien dick, leicht zerbrechlich, ungerollt, kaum etwas gebogen, über einen bis fast anderthalb Zoll breit. Die äußere Fläche ist von der eigentlichen Rindensubstanz völlig entblößt, ziemlich eben, aber nicht glatt, sondern rauh, fast chagrinartig, von fast rostbrauner Farbe, die stellenweis bald ins Ochergelbe, bald ins schmutzige Kastanienbraun sich zieht. Die innere Fläche der Länge nach kurz und dicht gestriemt, leuchtend, kastanienbraun, bey einigen Stücken in ein schmutziges Ochergelb übergehend. Der Bruch gleichsam körnig, rostbraun-ochergelb mit birkenweißen Körnern, nach der äußern Fläche hin mehr ins Rostbraune fallend; im Längsbrucbe deutlich Schichten — vier bis sechs — zeigend. Der Geschmack ziemlich bitter, wenig zusammenziehend. — Flüchtig betrachtet, hat sie einige Ähnlichkeit mit unsrer Buchenrinde."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Siebenter Band. 1855.)

"Cinchona rosea (Macrocnemum roseum)
Die Frauen der Indianer schmücken mit den Blumen der Cinchona rosea ihre Tempel und Götzenbilder."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Siebenter Band. 1855.)