"Caulophyllum: Die Droge ist der Wurzelstock von Caulophyllum thalictroides, einem in Nordamerika beheimateten ausdauernden Kraut. Die Pflanze trägt zur Reifezeit eigentümlich blaugrün gefärbte Früchte und wird deshalb in Amerika "blauer Cohosh" genannt.
Die Droge riecht schwach eigenartig und wirkt nieserregend, der Geschmack ist bitter und kratzend. Sie dient zur Herstellung einer Tinktur und eines Fluidextrakts, der zu Fertigarzneimitteln (Kombinationspräparaten) weiterverarbeitet wird. Die homöopathische Urtinktur ist aus dem frischen Wurzelstock herzustellen.
Das enthaltene N-Methylcytisin hat nikotinartige Wirkung - es wirkt blutdrucksteigernd, anregend auf Darmmotilität und atmungsstimulierend - ohne aber dessen Toxizität zu erreichen. Caulosaponin wirkt im Tierversuch herzkranzgefäßverengend und daher (in höheren Dosen) auf den Herzmuskel toxisch; auf die Darmmuskulatur wirkt es krampferregend.
Die Droge findet Anwendung bei prämenstruellem Syndrom, bei allen Formen der Wehenschwäche, bei Dysmenorrhö und postpartalen Störungen (verlängerten Nachwehen)."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)