"Cascararinde: Auch: Cascara-sagrada-Rinde, Sagradarinde, Rhamnus-purshiana-Rinde, Amerikanische Faulbaumrinde, Rhamni pushiani cortex; Cascararinde besteht aus der getrockneten Rinde von Rhamnus purshiana, sie enthält mind. 8 % Hydroxyanthracen-Glykoside, von denen mind. 60 % Cascaroside sind.
In dünnere Stämme der Bäume werden Längsschnitte gesetzt, die Rinde lässt sich daraufhin abheben. Daneben ist es auch üblich Bäume zu fällen, um zusätzlich von den größeren Ästen Rinde zu sammeln. Das Sammelgut wird an der Luft getrocknet. Die Ernte muss, ehe sie medizinisch verwendet werden kann, mind. ein Jahr lang gelagert werden, durch den Alterungsprozess werden - ähnlich wie bei der europäischen Faulbaumrinde - Emodinanthronglykoside zu den weniger lokal reizenden Anthrachinonglykosiden oxidiert.
Die Droge riecht schwach eigenartig, der Geschmack ist bitterlich und etwas schleimig. Die Amerikanische Faulbaumrinde steht in ihrer Zusammensetzung des Anthranoidspektrums der Aloe bedeutend näher als der europäischen Faulbaumrinde. Die Anwendung der Cascararinde entspricht daher auch in etwa der der Aloe."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)