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"[III.9. - Schwarzes Chamaileon] - Carthamus [Dardopatium] corymbosus (Compositae) - Schirmsaflor
Das schwarze Chamaileon [Einige nennen es Pankarpos, Andere Ulophonos, Ixia, Kynomachos, Okimoeides, knidische Beere, Kynoxylon, die Römer Carduus nigra, auch Vernilago, die Ägypter Sobel]; auch dieses gleicht in den Blättern der bunten Distel, sie sind jedoch kleiner, zarter und rot untermischt. Es entwickelt einen fingerdicken, eine Spanne langen, rötlichen Stengel, weicher eine Dolde trägt und dornige, zarte, hyacinthähnliche bunte Blüten. Die Wurzel ist dick, schwarz, fest, hie und da angefressen, auf dem Schnitte gelblich, beim Kauen beißend. Es wächst in trockenen und hügeligen Ebenen und in Meeresgegenden. Die fein gestoßene Wurzel, wenn sie mit etwas Kupfervitriol, Zedernöl und Fett gemischt ist, hat die Kraft, die Krätze zu vertreiben. Sie entfernt auch Flechten, wenn sie unter Zugabe von Schwefel und Asphalt mit Essig gekocht und aufgeschmiert wird. Als Mundspülwasser stillt die Abkochung derselben Zahnschmerzen. Mit gleichviel Pfeffer und Wachs als Salbe hilft sie bei kranken Zähnen. Auch werden die Zähne damit gebäht, indem sie in Essig gekocht und dieser daran gegossen wird. Wenn sie heiß mit einem Griffel an den leidenden Zahn gebracht wird, zerstört sie ihn. Mit Schwefel vertreibt sie Sonnenbrandflecken und weiße Flecken. Sie wird auch den Fäulnismitteln zugesetzt. Ferner beseitigt und heilt sie als Umschlag um sich fressende und bösartige Geschwüre. Sie wird aber Chamaileon genannt wegen der Buntfarbigkeit der Blätter; denn man findet dieselben sehr grau oder weißlich oder bläulich oder rot, je nach der Verschiedenheit des Standortes."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)