"Canella alba (Canella winterana)
"Der in den Arzneyvorrath aufgenommene weiße Canell oder weiße Zimmt, Canella
alba, Cortex Canellae albae, Cortex Winteranus spurius, ist die im Schatten getrocknete
Rinde des hier beschriebenen Baumes, von welcher man die obere, rauhe, dünne Schicht
weggenommen hat. Sie ist ungefähr eine Linie dick, und zusammengerollt in Stücke von einem
Viertel- bis ganzen Zoll im Durchmesser, bey einer Länge von anderthalb bis sechs oder
sieben Zoll. ... Der Geruch ist schwach gewürzhaft; der Geschmack etwas bitter,
gewürzhaft und scharf. — Henry, der diese Rinde untersuchte,
fand in ihr: Harz, flüchtiges Oehl — welches nach Hagen’s Erfahrung im Wasser
untersinkt, — Extractivstoff, Färbestoff, Gummi, Stärke, Eyweiß, essigsaures Kali, essigsauern
Kalk, salzsaures Kali, salzsauren Talk und sauerkleesauern Kalk. Auch untersuchten Petrox
und Robinet die Canella alba und fanden außer den
angeführten Bestandtheilen auch eine eigenthümliche, zuckerartige, in nadelförmigen Krystallen
anschießende Materie, so wie auch einen bittern Stoff, dessen Eigenthümlichkeit sich jedoch
wohl nicht behaupten möchte. Die süße Materie fand hernach auch Henry, jedoch nicht
von gleicher Menge in jeder Rinde. Die dunklere, stark schmeckende Rinde enthält sehr viel
von dieser zuckerartigen Materie, und daher empfielt er sie auch ganz besonders zum Arzneygebrauch. ...
Der Cortex Canellae albae gehört zu den bittern, ätherisch -öhligen, gewürzhaften Mitteln
und ist excitirend, erhitzend und blähungstreibend. Man bedient sich dieses Mittels bey schwacher
Verdauung als magenstärkend, so wie es auch nach Linne bey Hämorrhagieen gleich
dem Zimmt wirken soll."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Neunter Band. 1825)