"Butea frondosa
"Von der Butea frondosa leitet das Collegium der Ärzte zu Dublin das Kino ab, welches aus Ostindien nach England gebracht wird. Nach Roxburhg's Bemerkung fließt aus den Rissen, die in der Rinde des Stammes bey diesem Baume entweder von selbst entstehen oder durch Verwunden hervorgebracht werden, ein rother Saft, der, wenn er erhärtet ist, zwar Ähnlichkeit mit dem Kino hat, aber dennoch von diesem, seinem Verhalten nach, verschieden sich zeigt. ...
Das echte Kino, welches unter dem Namen Kino, Gummi Kino, Gummi gambiense, Gummi rubrum adstringens in den Arzneyvorrath aufgenommen worden ist, und jetzt nicht mehr im Handel vorkommt, besteht nach Vauquelin aus drey Theilen Gerbe- und Extractivstoff und einem Theile rothen Schleim. Es ist nur sehr kurze Zeit im Handel vorgekommen, und nach ihm sind zu verschiedenen Zeiten die von den hier beschriebenen Gewächsen abstammenden Stellvertreter erschienen.
Das Kino gehört zu den vorzüglichen der reinen zusammenziehenden Mittel , und ist nach Fothergill, der es in den Arzneyvorrath brachte, innerlich in Bauchflüssen und Hämorrhagieen, besonders in Mutterblutflüssen nach der Niederkunft, in Unenthaltsamkeit des Harnens, und auch, in Verbindung mit bittern Mitteln, gegen Wechselfieber mit vielem Nutzen gebraucht worden, so wie es sich auch äußerlich sehr wirksam gezeigt hat.
Übrigens wird die Butea frondosa, wie Roxburgh bemerkt, sehr häufig von der Lack Schildlaus, Coccus Lacca, besucht, die vorzüglich die jüngern Ästchen und Blattstiele einnimmt, so dass man auch das Stangenlack, Luc in ramulis, von ihr sammelt."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Zehnter Band. 1827)