"Buchßbaum würdt in Griechischer zungen Pyxos geheyssen / in Lateinischer Buxus.
Der Buchßbaum verleürt seine bletter nimmer. Dieselben seind klein / garnach rund / wie an dem gewechß Myrtus genent. Seine blust ist grun / der same rotlecht und rund / ab welchem alle thier ein abscheühen haben. Sein holtz ist so dick / spissig und hart / das es sich / gleich wie eisen / dem feur widersetzt / und gibt weder flammen noch äschen / faulet auch nimmer. Die wurtzel ist krauß.
Der Buchßbaum wechßt gern in der höhe im gebirg / an kalten orten / unn so an der sonnen gelegen seind.
Der Buchßbaum bleibt summer unn winter grün / wie man am liedlin singt / und verleürt seine hüpsche gleissende grüne bletter zu keiner zeit.
Der Buchßbaum zeücht zusamen / darumb ist er kalter und truckner natur / und in keinen weg / wie ettlich vermeynen / einer mittelmässigen substantz.
Der Buchßbaum hat keinen grossen brauch in der artzney. Doch seine bletter / so sie in der laug gesotten werden / unn mit derselbigen nachmals das haupt gewäschen würdt / machen rot oder gelbs har. Das sägmeel oder abfeil vom Buchßbaum in wasser gesotten und getruncken / stellt den bauchfluß. Die verwundten natern werden widerumb geheylt / so bald sie die wurtzel des Buchßbaums versuchen. Es sol sich menigklich hüten unnd in keinen weg sich under Buchßbaum legen / noch vil weniger darunder schlaffen / dann sein geschmack dem hirn / ja der gantzen natur des menschen / widerwertig ist. "
(Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543)