"Buccoblätter: Buccoblätter können von mehreren BArosma-Arten abstammen. Die Gattung umfasst 20 Arten von niedrigen Sträuchern, deren Heimat Südafrika ist. Die Blattoberfläche erscheint wegen des Vorkommens großer schizolysigener Ölräume im Mesophyll drüsig punktiert. Je nach der Form der Blätter unterscheidet man Folia Bucco rotunda und Folia Bucco longa. Wertvoller ist die Rotundaware, die gegenwärtig fast ausschließlich gehandelt wird; sie stammt von Barosma crenulata und B. betulina.
Der Geruch der Blätter ist fruchtig und erinnert an schwarze Johannisbeeren; der Geschmack ist aromatisch-kampferartig, etwas bitter. Die Droge findet therapeutrisch Anwendung in Nieren- und Blasentees, zur Durchspülung der ableitenden Harnwege, wobei die leicht antiseptische Wirkung der Diosphenole eine erwünschte Begleiterscheinung ist. Auf mögliche Reizerscheinungen des Magen- und Darmtrakts ist zu achten.
Bedeutung haben Blattextrakte und ätherisches Buccoblätteröl heute vor allem in der Fruchtessenzenindustrie. Da das Bucco-Aroma dem Aroma der schwarzen Johannisbeere verwandt ist, wird es zur Herstellung entsprechender Essenzen herangezogen. In der Parfümerie ist Bucco Bestandteil bestimmter Typen von Kölnisch Wasser."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)