"[III.44. - Bakcharis] - Echium rubrum oder Gnaphalium sanguineum (Compositae) - Blutrothes Immerschön
Die Bakcharis ist eine wohlriechende Kranzpflanze; ihre Blätter sind rauh und stehen an Grösse zwischen denen des Veilchens und der Königskerze. Der Stengel ist knotig, von der Grösse einer Elle, etwas rauh mit Nebenzweigen. Die Blüthen sind purpurfarben, weisslich und wohlriechend. Die Wurzeln sind ähnlich denen der schwarzen Nieswurz und haben einen zimmtartigen Geruch. Sie liebt rauhen und trockenen Boden. Ihre Wurzel, in Wasser gekocht, hilft bei Krämpfen, inneren Rupturen, bei Sturzverletzungen, bei Engbrüstigkeit, chronischem Husten und Harnverhaltung. Sie befördert die Menstruation und wird mit Nutzen den von giftigen Thieren Gebissenen mit Wein gegeben. Eine der zarten Wurzeln (in die Scheide) eingelegt zieht den Embryo heraus. Die Abkochung derselben ist Wöchnerinnen als Sitzbad zuträglich; auch zu Parfümerien ist sie gut zu gebrauchen, da sie einen feinen Wohlgeruch hat. Die Blätter sind adstringirend und als Kataplasma bei Kopfschmerzen heilsam, bei Augenentzündungen, bei beginnendem Gaisauge, bei Entzündungen der Brüste von der Geburt her und bei roseartigen Entzündungen. Schon der Geruch aber ist schlafmachend."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)