"[III.135. - Kleiner Salbei] - Salvia horminum [viridis] (Labiatae) - Kleiner oder Schopfiger Salbei
Das gebaute Horminon [bei den Römern heißt es Geminalis, bei den Dakiern Hormia] ist eine in den Blättern dem Andorn ähnliche Pflanze. Der Stengel ist vierkantig, eine halbe Elle hoch; um diesen stehen Auswüchse Schoten ähnlich, gleichsam nach der Wurzel zu nickend, in denen ein verschiedener Same ist, denn bei der wilden Pflanze wird er rund, braun gefunden, bei der anderen länglich und schwarz, dieser ist im Gebrauch. Auch dieser scheint, mit Wein getrunken, zum Liebesgenus zu reizen. Mit Honig vertreibt er weiße Flecken auf dem Auge und Leukome; mit Wasser als Umschlag verteilt er Ödeme und zieht Splitter aus. Aber auch das Kraut als Umschlag leistet dasselbe. Das wilde hat eine kräftigere Wirkung, darum wird es auch den Salben zugemischt, besonders der Mostsalbe."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)