"Kahles Bruchkraut, glattes Bruchkraut, Harnkraut, Tausendkorn.
Wächst in ganz Deutschland und den übrigen Ländern Europens auf Sonnenhügeln und Kiesfeldern.
Blühet vom Julius bis in den September.
In ältern Zeiten wurde dieses Gewächs im blühenden Zustande ohne Wurzel gesammelt und unter dem Nahmen Herba Herniariae aufbewahrt.
Es ist geruch- und auch fast geschmacklos; dennoch aber glaubte man sonst viele Arzneykräfte darin suchen zu dürfen, und hielt es für ein zusammenziehendes und harntreibendes Mittel, welches man in der Wassersucht, beym Krebse, zum Abtreiben der Blasensteine, bey Brüchen und auch bey Augenkrankheiten, innerlich und äußerlich gebrauchte. Mit allem Rechte aber zählt man es jetzt zu den unwirksamen Mitteln und sammelt es weiter nicht mehr, sondern überläßt es, wie Willdenow sehr richtig in seiner Anleitung zum Selbststudium der Botanik bemerkt, den Schafen und Gänsen als ein gutes Nahrungsmittel."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Vierter Band. 1816.)