Synonyme: Urtica major, U. urens maxima;
Haarnessel, Hanfnessel, Nesselkraut, Scharfnessel, Tausendnessel
Historisches: Der Gattungsname Urtica ist vom lateinischen urere (brennen) abgeleitet. Die Bezeichnung Nessel wird mit dem mittelhochdeutschen nezzel in Verbindung gebracht, wohl wegen der Verwendung der Bastfasern zu Nesselgewebe. Der Name Brennessel bezieht sich auf die Hautreizwirkung, die die Berührung der Pflanze mit sich bringt. Die Artbezeichnungen dioica (zweihäusig) und urens (brennend) charakterisieren lediglich die beiden Stammpflanzen der Droge näher. Die Brennessel war auch den alten Griechen bekannt, die sie Akalypte nannten. Dioskurides hob bes. die harntreibenden Wirkungen der Droge hervor, und auch die Kräuterbücher des 16. Jh. beschreiben sie hauptsächlich als Mittel gegen Wassersucht.
Drogen: 1. Urticae folium (syn. Urticae herba, Herba Urticae); Brennesselblätter, Brennesselkraut (syn. Hanfnesselkraut).
Inhaltstoffe: Mineralien und Spurenelemente, Flavonoide (bis 0,6 %), u.a. Quercetin-Glykoside, bes. Rutin, sowie Kämpferolglykoside, wie Astragalin; organische Säuren, u.a. Kaffeesäure und Kaffeoyläpfelsäure, ferner Scopoletin, Acetylcholin, Histamin und Serotonin in den Brennhaaren; äther. Öl, Vitamine, u.a. Vitamin C, B-Komplex, K; Carotinoide, Steroide, Triterpene, Proteine.
2. Urticae fructus (syn. Fructus Urticae; Semen Urticae); Brennesselfrüchte, die Mitte August bis Ende Oktober gesammelten reifen Früchte.
Inhaltstoffe: fettes Öl (25-33 %), mit hohem Anteil an Linolsäure (74-83 %), Linolensäure (0,9 %) als Estersäuren; Tocopherol, Schleimstoffe, Carotinoide, wie β-Carotin und Lutein sowie Violaxanthin.
3. Urticae radix (syn. Radix Urticae, Rhizoma Urticae); Brennesselwurzel (syn. Nesselwurzel), die getrockneten Rhizome und Wurzeln.
Inhaltstoffe: Steroide, u.a. β-Sitosterol und Glykoside vgl. Formel; Oleanolsäure, Homovanillylalkohol und sein 4'-O-β-D-Glucosid, Lignane; Scopoletin, Mineralien, Lectine, Polysaccharide.