"Cephaelis ipecacuanha (Carapichea ipecacuanha)
Die Cephaelis Ipecacuanha wurde schon 1648 durch Piso und Marcgrav bekannt, die sie in den angeführten
Werken beschrieben und abbildeten. Doch war die Kenntniss, die man hierdurch erhalten hatte,
noch sehr unvollständig; und daher kam es denn auch, dass Linne, der jüngere, sie mit der Psychotria
emetica verwechselte, oder sie doch wenigstens bey dieser ungewiss als Synonym anführte, was auch selbst
von Willdenow noch 1798 geschah. Erst durch den Doct. Bernadino-Antonio Gomezi der sich 1797 als
Arzt bey der portugiesischen Marine in Brasilien befand,, wurde sie wieder aufgefunden, und zwar erst nach
langem Suchen in der Gegend des Havens von Rio de Janeiro. Gomez bemerkt dabey, dass sie schon sehr
selten geworden sey , indem bey ihrer fortwährenden Ausfuhr, die dortigen Einwohner wohl auf das Einsammeln
derselben bedacht wären , aber nicht auf ihre Erhaltung. In der Gegend um Rio de Janeiro soll sie fast
gänzlich ausgerottet seyn , und man müsse in die dunkeln, dichten Wälder eindringen , wenn man sie auffinden
wolle, so dass ihr gänzliches Verschwinden zu befürchten sey. Humboldt hingegen hat gesehen, dass
man im Königreiche Peru an mehreren Orten bemühet ist, sie zu bauen, so wie er sie denn auch in den
heißen Thälern der Gebirge von San-Lucas in Neu-Granada fand.
Von der Cephaelis Ipecacuanha kommt die gewöhnlich braune, graue oder noch besser, geringelte
Ipecacuanha,...."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Achter Band. 1822)
"Psychotria emetica
Von der Psychotria emetica kommt also die gestreifte oder schwarze Ipecacuanha.
Schwarz kann man sie nur nennen, weil sie angefeuchtet aus dem Braunen ins Schwarze fällt;
gestreift kann sie mit mehreren Rechte genannt werden. Humboldt hielt sie für die in europäischen
Apotheken gebräuchliche Wurzel, weil man sich ihrer in Peru auf gleiche Weise bedient.
Bey uns kommt sie jedoch nicht vor, ob sie gleich aus America von Carthagena nach Cadix geschickt,
und von da weiter in Europa verbreitet werden soll. Die Wurzel zeichnet sich von den
beiden andern Arten dadurch aus, dass sie in sehr ungleichen Entfernungen nur ringförmig zusammengezogen
und dadurch gleichsam gegliedert ist, wobey sie der Länge nach gestreift erscheint.
Die Rinde ist eben so, wie bey den andern Arten, nur sparsamer, ringförmig bis auf das in der
Achse liegende fadenförmige Holz zerrissen. Außerbalb ist sie grau ins rötliche Braun fallend. Im
Bruche ist sie nach Merat weniger dicht als die Wurzel der Cephaelis Ipecacuanha, jedoch harzich
und von einer schwärzlich grauen Farbe; nach Büchner hingegen uneben, und roth und weifs marmorirt. Der Geschmack ist anfangs kaum bemerkbar,
wird aber nach dem Kauen auf der Zunge schwach aromatisch pfefferartig."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Achter Band. 1822)