"Richardsonia brasiliensis (Richardia brasiliensis)
Die weiße Ipecacuanha besitzt, wenn sie auch der gewöhnlichen braunen oder grauen sehr ähnlich ist, viel Ausgezeichnetes, so dass man sie leicht erkennen kann. Die Glieder, in welche beym Trocknen der rindige Theil zerreißt, sind meist immer so lang wie ihr Querdurchmesser, und nähern sich sehr der Form kurzer Cylinder. Außerhalb ist sie von bräunlich grauer Farbe; innerhalb, so weit die Rinde sich erstreckt, von ziemlich reinem Weifs und dabey sehr locker, gleichsam mehlig, weshalb sie auch von Merat Ipecacuanha amylaea genannt wird; das in der Achse als ein fadenförmiger Körper liegende Holz hingegen ist von einer hellen ochergelben Farbe. Anfangs ist sie unschmackhaft, hintennach kaum bemerkbar scharf....
Die weiße Ipecacuanha wird in Brasilien, wo sie — vorzüglich aber in der Gegend von Rio de Janeiro — Poaia do campo heißt, sehr stark gebraucht, so wie sie auch in Europa nicht unbekannt geblieben ist."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Achter Band. 1822)