Braunwurz, Scrophularia, Gattung der Braunwurzgewächse mit ca. 300 (nach anderen Angaben 150) Arten, die über die gesamte nördliche Halbkugel verbreitet sind, ihre größte Mannigfaltigkeit jedoch im Himalaya erreichen. Die zweijährigen oder ausdauernden, selten einjährigen Kräuter oder Halbsträucher werden von Wespen bestäubt.
Bekannteste der 6 in Mitteleuropa vorkommenden Arten ist die Knotige Braunwurz (Scrophularia nodosa), eine ausdauernde, 50–120 cm hohe Staude mit kleinen braunroten, am Grunde grünlichen Blüten. Die besonders in grundwasserfeuchten, krautreichen Wäldern (Auwäldern), an Gräben und auf Kahlschlägen verbreitete Pflanze war früher eine geschätzte Heilpflanze. Sie enthält neben anderen Substanzen Flavonglykoside und vor allem Saponine. In der Heilkunde gilt sie als Mittel gegen Geschwülste und Ekzeme, Hämorrhoiden, allergische Drüsenschwellungen und Augenleiden. Seiner blutzuckersenkenden Wirkung wegen wird das Rhizom der Braunwurz auch bei Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) eingesetzt.
Die besonders im Röhricht stehender und fließender Gewässer und an Gräben vorkommende Geflügelte Braunwurz (Scrophularia umbrosa, Scrophularia alata) enthält die gleichen Wirkstoffe wie die Knotige Braunwurz, wird aber nicht so häufig benutzt. Sie zeichnet sich, wie die ebenfalls im Röhricht und an Gräben vorkommende, in Deutschland potentiell bestandsgefährdete Wasser-Braunwurz (Scrophularia auriculata) durch einen breit geflügelten Stengel aus. Als Pionier auf Kies oder Flußschotter ist die Hunds-Braunwurz (Scrophularia canina) mit geteilten, unten doppelt fiederschnittigen Blättern zu finden.