"Ipecacuanhawurzel: Die Droge besteht aus den getrockneten unterirdischen Organen von Cephaelis ipecacuanha, bekannt unter der Bezeichnung Rio-Ware oder Brasilianische Ipecacuanha, oder von C. acuminata, auch als Cartagena-, Nicaragua- oder Panama-Ipecacuanha bekannt, oder aus einem Gemisch beider Herkünfte. Der Gesamtgehalt an Alkaloiden, bezeichnet als Emetin, bezogen auf die bei 100-150° getrocknete Droge muss mind. 2% betragen.
Zur Drogengewinnung werden die unterirdischen Organe des 3- bis 4-jährigen, immergrünen Zwergstrauchs ausgegraben und möglichst rasch an der Sonne getrocknet. Sodann wird die Sammelware in 5-10 cm lange STücke zerteilt und durch Sieben von anhaftender Erde befreit. Teile der Rhizome werden in die Erde zurückeingesetzt, es entwickeln sich daraus neue Pflanzen. Versuche in INdien und Malaysia außerhalb der natürlichen Standorte Kulturen anzulegen erwiesen sich als wenig erfolgreich.
Die Droge weist einen schwach eigenartig, dumpfen Geruch auf, sie schmeckt kratzend und etwas bitter.
In kleinen Dosen entsprechend Einzeldosen von 0,05-50 mg (für Erwachsene) wirken Ipecacuanha-Zubereitungen (Infus, Tinktur, Sirup) expektorierend. Sie helfen beim Abhusten von zähem Schleim. Der Sirup gilt als nützlich bei der Behandlung der kruppösen Bronchitis bei Kindern. Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch ist mit Nebenwirkungen kaum zu rechnen. Bei Überdosierung kommt es zu Übelkeit, Brechreiz und Schleimhautreizungen im Magen-Darm-Bereich."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)
"Emetin: Die Droge wird aus Cephaelis-Arten durch Extraktion und Isolierung gewonnen. Als Arzneistoff wird das Emetinhydrochlorid angeboten. Es handelt sich um ein weißliches kristallines Pulver von bitterem Geschmack, das sich an der Luft allmählich gelb färbt.
Emetin ist ein Chemotherapeutikum gegen Amöbenruhr, einer häufigen Krankheit warmer Länder. Wegen der zahlreichen unerwünschten Nebenwirkungen hat die Emetintherapie an Bedeutung verloren. Das aus Emetin partialsynthetisch darstellbare 2,3-Dehydroemetin zeichnet sich durch eine etwas größere therapeutische Breite aus."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)