"Das Bockshorn [Einige nennen es die Frucht des Bockshorns, Andere
Bukeros, Aigokeros, Keraïtis, Lotos, die Römer Foenum graecum, die
Aegypter Itasin] und das aus ihm gemachte Mehl hat erweichende und
vertheilende Kraft. Fein gerieben mit Honigmeth gekocht wirkt es als
Umschlag bei inneren und äusseren Geschwulsten. Mit Natron und Essig
fein zerrieben und aufgelegt verkleinert es die Milz. Die Abkochung
desselben ist als Sitzbad bei Frauenleiden angezeigt, wo es sich um Entzündungen oder Verstopfung des Muttermundes handelt. Die Abpressung
von einer Abkochung desselben in Wasser bringt Haare weg, sowie Schorf
und bösen Grind. Mit Gänsefett als Zäpfchen eingelegt erweicht und erweitert es das Perimetrium. Grün aber mit Essig eignet es sich für schlaffe
und geschwürige Stellen; die Abkochung davon hilft gegen Stuhlzwang
und übelriechenden Stuhlgang bei Dysenterie. Das Oel daraus mit Myrrhe
entfernt die Haare und an den Schamtheilen die Narben."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)
"[I.57. - Die Bereitung des Bockshornöls] - Trigonella foenum graecum (Leguminosae) - Bockshornklee
9 Pfund Bockshorn, 6 Pfund Oel, 1 Pfund Kalmus, 2 Pfund Cyperngras
macerire sieben Tage, indem du es jeden Tag dreimal umrührst, dann presse
es aus und bewahre es auf. Billige lassen statt Kalmus Kardamom, statt des
Cyperngrages Balsamholz mit ausziehen, Andere verdichten damit vorher
das Oel, maceriren dann das Bockshorn und pressen es aus. Es hat die Kraft,
Ablagerungen (Abscesse) zu erweichen und zur Reife zu bringen; in hohem
Grade wirksam ist es gegen alte Verhärtungen der Gebärmutterumgebung
(des Perimetriums), wird schwer Gebärenden injicirt, wenn die Theile durch
die ausgetretenen Flüssigkeiten sehr trocken geworden sind, ferner dient es
bei Afterentzündungen und wird bei Stuhlzwang mit Erfolg im Klystier
gegeben; es vertreibt Schorf und Grind, ist mit Wachs heilsam gegen Verbrennungen und Frostbeulen, bringt Sommersprossen weg und wird unter
die Mittel züm Glänzendmachen (der Haut) gemischt. Wähle aber das frische
und das, welches nicht zu sehr den Bockshorngeruch hervortreten läset,
welches die Hände glättet und bittersüssen Geschmack hat, denn solches ist
das beste."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)
"[II.124. - Bockshornmehl] - Trigonella foenum graecum (Papilionacea) - Bockshornklee
Das Bockshorn [Einige nennen es die Frucht des Bockshorns, Andere Bukeros, Aigokeros, Keraïtis, Lotos, die Römer Foenum graecum, die Ägypter Itasin] und das aus ihm gemachte Mehl hat erweichende und verteilende Kraft. Fein gerieben mit Honigmeth gekocht wirkt es als Umschlag bei inneren und äußeren Geschwulsten. Mit Natron und Essig fein zerrieben und aufgelegt verkleinert es die Milz. Die Abkochung desselben ist als Sitzbad bei Frauenleiden angezeigt, wo es sich um Entzündungen oder Verstopfung des Muttermundes handelt. Die Abpressung von einer Abkochung desselben in Wasser bringt Haare weg, sowie Schorf und bösen Grind. Mit Gänsefett als Zäpfchen eingelegt erweicht und erweitert es das Perimetrium. Grün aber mit Essig eignet es sich für schlaffe und geschwürige Stellen; die Abkochung davon hilft gegen Stuhlzwang und übelriechenden Stuhlgang bei Dysenterie. Das Öl daraus mit Myrrhe entfernt die Haare und an den Schamteilen die Narben."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)