Verwendet wird der von den Wurzeln befreite, getrocknete Wurzelstock (Tormentillwurzelstock - Tormentillae rhizoma).
Traditionelle Anwendung:
Die Tormentilltinktur (syn. Tormentillae tinctura) wird aufgrund ihres hohen Gehaltes an Gerbstoffen als Adstringens bei leichten Schleimhautentzündungen im Mund- und Rachenraum sowie bei Zahn-Prothesendruckstellen genutzt. Auch bei unspezifischen, akuten Durchfallerkrankungen findet die Droge als Stopfmittel ihre Anwendung. Darüber hinaus wurden antimikrobielle, antihypertensive, immunstimulierende und antivirale Wirksamkeiten für die Blutwurz beschrieben. In der Volksheilkunde wird die Droge auch bei schlecht heilenden Wunden, Erfrierungen, Verbrennungen und Hämorrhoiden sowie bei Magenbeschwerden eingesetzt.
Homöopathie:
1. Potentilla erecta HAB 1, die frischen, im Frühling gesammelten unterirdischen Teile.
2. Potentilla erecta, äthanol. Decoctum HAB 1, ein alkoholischer Auszug des getrockneten Wurzelstockes.
Anwendungsgebiet: anthroposophische Therapierichtung.
Anerkannte Medizinische Anwendung:
ESCOP (European Scientific Cooperative on Phytotherapy ): Innerlich bei unspezifischen, akuten Durchfallerkrankungen und unterstützend bei akuter und chronischer Darmentzündung; äußerlich bei leichten Entzündungen im Mund- und Rachenraum.
Bereitung eines Teeaufgusses:
2 bis 3 g fein geschnittener oder pulverisierter Tormentillwurzelstock wird mit ca. 150 mL kaltem Wasser angesetzt und anschließend kurz zum Sieden erhitzt, nach kurzem Ziehen wird abgeseiht. Da sich Gerbstoffe beim Erhitzen zersetzen können, was ihre Wirkung vermindert, ist auch ein Kaltwasserauszug (Ansatz in kaltem Wasser) empfehlenswert; man lässt den Ansatz dann aber länger ziehen.
Zwischen den Mahlzeiten 3 bis 4 mal täglich eine Tasse Tormentillwurzelstocktee trinken. Mittlere Tagesdosis 6 g Droge. Der Teeaufguss kann auch zur Mundspülung und zum Gurgeln verwendet werden.