"Gemeine Schlüte, Judenkirsche, gemeine Judenkirsche, Mönchskirsche, Teufelskirsche, Blasenkirsche, Erdkirsche, Steinkirsche, Papenkirsche, Winterkirsche, rother Nachtschatten, Steinbrechherzsamen.
Wächst in mehreren Gegenden Deutschlands, so wie auch in Italien und Japan, an sandigen und steinigen Orten, in Weinbergen, an Zäunen und in Wäldern.
Blühet im Junius und Julius.
In den Apotheken hat man von diesem Gewächs die getrockneten Beeren, unter dem Nahmen Judenkirsche, Baccae Alkekengi s. Halikahabi. Sie sind im frischen Zustande von säuerlich süßem Geschmacke. Man darf sie aber beym Abpflücken nicht mit dem Kelche in Berührung bringen, wenn sie diesen Geschmack behalten sollen, weil die innere Fläche des Kelches mit einem äußerst bittern Pulver bedeckt ist, wodurch sie dann selbst bitter werden.
Fast alle Arten der Gattung Physalis besitzen harntreibende Kräfte, und daher sind auch in Rücksicht dieser Wirkung die Beeren der Physalis Alkekengi schon in den frühesten Zeiten empfohlen worden. Man hat sie in der Wassersucht und bey der Gicht gebraucht, ja selbst Steine will man damit abgetrieben haben."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Sechster Band. 1855.)