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"[IV.73. - Schlafstrychnos] - Solanum dulcamara (Solanaceae) - Bittersüss
Der schlafmachende Strychnos - Einige nennen ihn Halikakabos - ist ein Strauch mit vielen dichten, stämmigen, schwer zu brechenden Zweigen voll von fetten Blättern, welche denen der Qtiitte gleichen. Er hat eine rothe, sehr grosse Blüthe, eine safrangelbe Frucht in Säckchen und eine sehr lange Wurzel mit röthlicher Rinde. Er wächst an felsigen Stellen nicht fern vom Meere. Die Rinde der Wurzel zu 1 Drachme in Wein getrunken hat schlafmachende Wirkung, aber milder als der Milchsaft des Mohns. Die Frucht ist stark harntreibend; den Wassersüchtigen werden etwa zwölf Fruchtbüschel gegeben, der Genuss von mehr bewirkt Geistesstörung; Hülfe dagegen leistet der reichliche Genuss von Honigmeth. Seine Rinde wird den schmerzstillenden Mitteln und den Pastillen zugesetzt. In Wein gekocht und im Munde behalten lindert sie Zahnschmerzen. Der Saft der Wurzel mit Honig als Salbe heilt Stumpfsichtigkeit."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)