"Ammi-visnaga-Früchte: Die Droge besteht aus den getrockneten, reifen Doppelachänen von Ammi visnaga. Die Pflanze kommt von den kanarischen Inseln bis nach Persien vor und ist in Nordamerika eingebürgert. Die auf dem Markt verfügbare Droge stammt aus dem Anbau in Ägypten, Marokko und Tunesien.
Die Substanz riecht schwach aromatisch und schmeckt etwas bitter und leicht aromatisch. Charakteristische Inhaltsstoffe sind Furanochrome der Khellin-Visnadin-Gruppe. Khellin wird nach oralen Gaben langsam resorbiert. Nach der Resorption erfolgt eine sehr langsame Eliminierung über Leber und GAlle. Wiederholte Gaben scheinen zur Akkumulation zu führen.
In vielen Ländern bevorzugt man die auf Khellin eingestellten Galenika Tinktur oder Fluidextrakt. Ansonsten ist die Droge Ausgangsmaterial zur Extraktion und Reingewinnung von Khellin und Visnadin. Beide Substanzen dilatieren die Koronargefäße des Herzens. Die stärkere Durchblutung des Herzmuskels erfolgt ohne gleichzeitige Zunahme des Sauerstoffverbrauchs. Ammi-visnaga-Präparate werden in der Schulmedizin nur selten angewandt. Die in der Phytotherapie geschätzte Anwendung bei leichten Formen der Angina pectoris scheint begründet; Ammi-visnaga-Präparate dürften v.a. als ergänzende Maßnahme zu einem physikalischen Koronartrainingsprogramm, das sie Kollateralenbildung fördert, nützlich sein.
Dosierung Ammi-visnaga-Früchte: Einnahme 0,5 g auf 1 Tasse Abkochung mehrmals täglich; Fluidextrakt (1:1) 0,5 ml; Tinktur (1:10) 4 ml."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)

"Xanthotoxin (Methoxypsoralen, MOP): Die Droge wir durch Extraktion aus den Früchten der in Ägypten heimischen Ammi majus gewonnen. Die Isolierung fußt darauf, dass Xanthotocin als Neutralstoff lipoidlöslich ist, mit wässriger Laugenlösung aber als Alkalisalz in die Wasserphase übergeht. Nach dem Neutralisieren scheidet sich die Substanz nach Relaktonisierung wieder ab. Es handelt sich um weiße bis cremefarbene Kristalle ohne Geruch, der Geshmack ist bitter, später prickelnd.
Methoxypsoralen induziert bei der Einwirkung von Licht mit der Wellenlänge 320-400 nm eine reversible Hautphotoempfindlichkeit, die sich als Ödem, Schuppung und nachfolgende Hyperpigmentation zeigt. Angewendet wird die Droge bei allen Hautkrankheiten, bei denen die Erfahrung gezeigt hat, dass sie durch Sonnenlicht günstig beeinflusst werden - in erster Linie bei Psoriasis und bei der idiopathischen Vitiligo. MOP kann auch appliziert werden (1%ige Lotionen), eigenartigerweise reagiert die Haut nach topischer Anwendung gegen UV-Licht mit einer verstärkten, nach oraler Gabe hingegen mit einer verminderten Erythembildung.
Bei nicht sachgemäßer Anwendung kann es zu Verbrennungserscheinungen und Blasenbildungen kommen. Vorzeitige Alterung der Haut gilt als möglicher Langzeiteffekt."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)