"[IV.188. - Bingelkraut] - Mercurialis annua (Euphorbiaceae) - Jähriges Bingelkraut
Linozostis [die männliche]
Einige nennen sie Parthenion [Andere Argyros, Aritrillis, Chrygitis, die Aegypter Aphlopho], auch Merkurs Kraut
[die Römer Herba Mercurialis mascula oder testiculata, die Afrikaner
Asumes] - hat dem Basilikum ähnliche, denen der Helxine sich nähernde,
aber kleinere Blätter, zweiknotige Zweige mit vielen dichten Achseln. Die
Frucht ist bei der weiblichen traubig und zahlreich, bei der männlichen sitzt
sie neben den Blättern, klein, rund, zu zweien neben einander wie Hoden.
Der ganze Strauch ist eine Spanne hoch oder höher. Beide bewirken, als
Gemüse genossen, Durchfall; werden sie in Wasser gekocht, so führt dieses
als Trank Galle und Wässeriges ab. Es scheint, als ob die Blätter der weiblichen, fein gestossen und getrunken oder nach der Menstruation im Zäpfchen
eingelegt, die Empfängniss eines Mädchens, die der männlichen, in derselben
Weise angewandt, die Erzeugung eines Knaben bewirken."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)
"[III.130. - Phyllon] - Mercurialis perennis (Euphorbiaceae)
Das Phyllon - Einige nennen es Elaiophyllon, Andere Bryonia - wächst auf Felsen. Auch das Thelygonon genannte hat gleichsam eine Blütentraube, ein Blatt, grüner als das des Ölbaumes, einen dünnen, kurzen Stengel, eine zarte Wurzel, weise Blüte und eine Frucht, größer als beim Mohn. Das Arrhenogonon ist in Allem dem eben genannten gleich, unter- scheidet sich nur durch die Frucht; denn es hat etwas Traubenartiges, welches dem der eben abblühenden Olive ähnlich ist. Es heißt, daß der Genuß des Arrhenogonon die Zeugung männlicher, der von Thelygonon die weiblicher Nachkommen bewirke. Hierüber berichtet Krateuas. Mir scheint aber, so etwas auf der Erzählung sich beruhen zu lassen."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)