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"[IV.88. - Grosse Hauswurz] - Sempervivum [Aeonium] arboreum (Crassulaceae) - Baumartige Hauswurz
Das grosse Aeizoon hat seinen Namen daher, dass die Blätter immergrün sind. [Einige nennen es Aeithales, Andere Ambrosion, Chrysispermon, Zoophthalmos, Buphthalmos, Stergethron, Aionion, Aeichryson, Holochryson, Chrysanthemon, Protogonon, Boros, Notios, die Propheten Paronychia, Chrysitis, die Römer Ceriocussia, Zeuspenis, Diopetes, Sudemmur, die Aegypter Pamphanes.] Es entwickelt ellenlage oder auch grössere, daumendicke, fette, sattgrüne Stengel mit Einschnitten wie beim Wolfsmilchstrauch.. Die Blätter sind fett, daumengross, nach der Spitze hin zungenförmig, die unteren Blätter sind zurückgebogen, die oberen dagegen fest aneinander liegend, einen augenförmigen Kreis bildende. Es wächst in bergigen Gegenden. Einige ziehen dasselbe auch in Töpfen auf den Dächern. Es hat kühlende, adstringirende Kraft, wirksam gegen Rose, kriechende und fressende Geschwüre, Augenentzündungen, Brandwunden, Podagra, wenn die Blätter für sich oder mit Graupen als Umschlag angewandt werden. Der Saft mit Rosenöl wird gegen Kopfschmerzen aufgesprengt, den von Schlangen Gebissenen wird er im Tranke gereicht, ebenso denen, die an Bauchfluss und Dysenterie leiden. Mit Wein getrunken tödtet er die Eingeweidewürmer und den Bandwurm. Ferner stellt er, im Zäpfchen eingelegt, den Fluss der Frauen; auch wird der Saft mit Nutzen bei Triefäugigen als Salbe gebraucht."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)