"Feinblättrige Rauke, Sophienkraut, großes Besemkraut, Habichtskraut, Warmkraut, Wurmsamen,
Wollsamen, Wellsamen.
Wächst in ganz Deutschland, so wie auch in den übrigen Ländern Europens, an Wegen und
Zäunen, auf Mauern und Dächern.
Blühet vom May bis in den August.
Man sammelte in ältern Zeiten von diesem Gewächse das Kraut und den Samen, Herba,
et Semen Sophiae s. Sophiae chirurgoruin.
Das Gewächs enthält, so wie es der Familie, zu der es gehört, eigen ist, den scharfen Grundstoff.
Es wurde im frischen Zustande als ein Wundmittel gebraucht, indem man es zerquetscht
zur Reinigung und Heilung auf die Wunden legte. Auch wird es in Gothland innerlich wider
hysterische Zufälle gebraucht. Ein Aufguss oder eine Abkochung von demselben ist bey Bauchflüssen
und beym Blutspeyen gegeben worden. Der Same wird in einem Theile von Schweden
wider die Ruhr gebraucht. Man Hielt ihn auch für ein Mittel, welches wider die Nieren und
Blasensteine dienlich sey. Auch wider die Würmer hat man ihn gerühmt und auf ähnliche
Art wie den Zittwersamen angewandt."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Fünfter Band. 1855.)