"[III.32. - Tragoriganon] - Stachys glutinosa- Klebriger Ziest, Thymus tragopogum
Das Tragoriganon ist ein kleiner Strauch, nach Blättern und Zweigen dem Dosten oder dem wilden Quendel ähnlich. Es gibt eine Art, weiche nach der Beschaffenheit des Standortes üppiger und breitblätterig, dabei reichlich klebrig ist; eine andere hat dünne Zweige und zarte Blätter, welche Einige Prasion nennen. Das beste ist das aus Kilikien, auch das von Kos, Chios, Smyrna und Kreta. In der Abkochung getrunken sind sie alle erwärmend, harntreibend und gut für den Bauch; denn sie leiten das gallige ab. Von guter Wirkung sind sie auch mit Essig getrunken bei Milzleiden, mit Wein bei denen, welche Mistel genossen haben, auch befördern sie die Katamenien. Bei Husten und Brustfellentzündung (Peripneumonie) werden sie mit Honig als Leckmittel gegeben. Sie geben aber auch einen wohltuenden Trank, der darum auch denen gereicht wird, weiche all Übelkeit, schlechtem Magen und saurem Aufstoßen leiden, ferner solchen, welche Angstgefühl, Seekrankheit und Hitze des Unterleibes quält. Als Umschlag mit Mehl verteilen sie auch Ödeme."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)