"[IV.118. - Attische Aster] - Aster amellus (Compositae) - Kleine Aster, Virgils Aster
Die attische Aster [Einige nennen sie Asteriskos, Andere Asterion, Bubonion, Hyophthalmon, die Römer Inguinalis, die Dakier Rathibida] bildet einen holzigen kleinen Zweig, der an der Spitze eine purpurfarbige und gelbe Blüthe hat, und ein Köpfchen ringsum eingeschnitten wie bei Anthemis. Die Blättchen stehen sternförmig. Die Stengelblätter sind länglich und rauh. [Als Kataplasma hilft sie bei erhitztem Magen, bei Augen- und Schamdrüsenentzündungen und bei Mastdarmvorfall. Man sagt, der purpurne Theil der Blüthe, mit Wasser getrunken, helfe bei Angina und Epilepsie der Kinder]. Als feuchter Umschlag ist sie ein gutes Mittel gegen Schamdrüsenentzündung. Wenn sie aber trocken mit der linken Hand des Leidenden abgerissen und auf die Drüse gelegt wird, so wird er vom Schmerz befreit. [Sie wächst mitten zwischen Felsen und an rauhen Stellen. Ihre Sterne leuchten in der Nacht; diejenigen, welche es sehen und noch nicht kennen, glauben, es sei ein Gespenst. Sie findet sich bei den Schafhürden. Auch der Rhizotom Krateuas er- zählt: Diese Pflanze, grün mit altem Fett zerstossen, wirkt gut gegen Bisse wüthender Thiere und gegen Kropf; in der Räucherung verscheucht sie die Bestien.]"
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)