"Benzoin officinale (Styrax benzoin)
"Von der Benzoe, die aus der Rinde dieses Baumes ausfließt, kommen zwey Sorten vor, die eine heißt
Mandelbenzoe, Benzoes amygdaloides , die andre Benzoe in Sorten, Benzoes in sortis. Die erstere erscheint
in großen, dichten, spröden, bräunlichrothen Stücken, die im Bruche glatt, glänzend und mit sehr
vielen größern und kleinern, weißen und röthlichen, durchbrochnen Mandeln ähnlichen Körnern erfüllt sind.
Sie zeigt sich, besonders beim Erwärmen von eigenthümlichem , angenehm balsamischem Geruche, und besitzt
einen harzig- gewürzhaften, etwas süßlichen Geschmack. Die Benzoes in sortis kommt in Stücken vor, die
bloß braun sind, keine weiße Körner enthalten, wohl aber durch fremdartige Theile verunreinigt sind.
Auf glühenden Kohlen geworfen, verbrennt die Benzoe unter Verbreitung eines weißen, stark riechenden,
gleichsam stechenden, Husten erregenden Dampfes. Dieser Dampf ist die in ihr enthaltene Benzoesäure,
Acidum benzoicum, die man daher durch erhöhte Temperatur — durch Sublimation —
, jedoch auch auf andre
Weise, abscheiden kann. ...
Man gebraucht jetzt die Benzoe meist nur äußerlich als Zusatz zu Räucherpulvern, Pflastern u. dgl. ferner
zur Benzoetinctur, Tinctura Benzoes, die mit Wasser gemischt als Schönheitsmittel dient. Die innere
Anwendung als Expectorans oder Vulnerarium ist nicht mehr im Gebrauch."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Elfter Band. 1830)