"Die Beyfusskreuter/ Nemlich der Rot und Weiss/ dessgleichen auch der klein oder Welsch Beyfuss/ unnd die Meterkreuter/ haben eine Krafft zu erwärmen unnd zu trocknen/ machen dünn/ und tringen durch/ und zertheilen/ seynd warm im dritten/ und trucken im zweyten Grad. Man braucht dieses Kraut und seine Wurtzel/ grüün und dürr: Und sollen diese Kräuter von den Weibern billich in Ehren und hohen Würden gehalten werden/ als nützliche Kräuter zu den Mutterkranckheiten/ beyde jnnerlich und eusserlich zu brauchen/ und seynd sonderlich dienlich/ Dampff und Bäder darauss zu machen.
Alle Rheinfarn Kräuter/ die Geschlechten dess Beyfuss seynd/ haben gleiche Krafft zu erwärmen/ zu trocknen und zu erweichen. Darneben hat aber der erst beschrieben unnd gemein Rheinfarn ein besondere Krafft zu zeitigen und zu reinigen/ soll derwegen billich von den Wundärtzten lieb und werth gehalten werden/ die alten Wunden und schäden damit zu reinigen. Die Meerbeyfuss haben ein versaltzenen bittern Geschmack/ hat ein Krafft und Eygenschafft zu trocknen/ zu erwärmen und zu reinigen/ seynd heiss und trucken im dritten Grad: Haben noch keinen Gebrauch in der Artzney/ mögen doch nützlich eusserlich in kalten Kranckheiten zu Dämpffen und Schweissbädern gebraucht werden. "
(Tabernaemontanus Kräuterbuch, 1613)