"Gemeiner Beyfuß, Beywich, Beybes, Bybs, Buck, Besemkraut, Gänsekraut, Johannisgürtel, Sonnenwandgürtel, Himmelskehr, Jungfernkraut.
Wächst in ganz Deutschland und in den übrigen Ländern Europens auf Gartenland, an Wegen und auf Schutthaufen und wüsten Stellen.
Blühet im Julius und August.
Die Artemisia vulgaris hat einen sehr wenig bittern Geschmack, besitzt aber einen etwas angenehmen, eignen Geruch, das besonders dann erst bemerkbar wird, wenn man ihre Blätter zwischen den Fingern reibt. - Von den ältern Ärzten wurde sie für ein Mittel gehalten, welches stark auf die Gebärmutter wirken sollte; die neuern aber sehen sie als völlig entbehrlich an.
In China und Japan soll man von diesem Gewächs die so berühmte Moxa, mit welcher daselbst die mit der Gicht behafteten Glieder gebrannt werden, bereiten. Nach einigen soll bloß der auf der Unterseite der Blätter befindliche feine Filz dazu genommen werden; nach andern hingegen - und was wahrscheinlicher ist - soll man die innern Fasern der obern Spitzen und der Blätter, oder der Blätter allein, durch Stoßen, Reiben mit den Händen und durch Kämmen von den rindigen und häutigen Theilen befreyen, und so in jene wollichte Substanz umändern."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Zweyter Band. 1809.)