"[Artemisia arborescens][Artemisia campestris] Die Artemisia, es gibt eine vielzweigige und einfache (einstengelige) [Einige nennen sie Toxetesia, Andere Ephesia, Anaktorios, Sozusa, Leia, Lykophrys, die Propheten Menschenblut, Andere Chrysanthemon, die Römer Valentia, Serpyllum, Herba regia, Rapium, Tertanageta, die Gallier Ponem, die Dakier Zuste]. Die vielzweigige wächst meist in der Nähe des Meeres als strauchartige Pflanze, ähnlich dem Wermuth, ist aber grösser und hat glänzendere Blätter. Eine Art davon ist üppig, hat breitere Blätter und Zweige, eine andere dünnere, dabei kleine, weisse, zarte Blüthen mit durchdringendem Geruch. Sie blüht im Sommer. Einige nennen auch die im Binnenlande wachsende Pflanze mit dünnem und einfachem Stengel, dabei klein und voll von wachsfarbigen zarten Blüthen die einfache Artemisia; sie ist wohlriechender als die vorige. Beide erwärmen und verdünnen. Abgekocht sind sie ein gutes Mittel zu Sitzbädern für Frauen zur Beförderung der Katamenien, der Nachgeburt und des Embryos, ebenso auch gegen Verschluss und Entzündung der Gebärmutter, wie zum Zertrümmern des Steins und gegen Urinverhaltung. Das Kraut, reichlich auf den Unterleib gelegt, treibt die Menstruation. Der ausgepresste Saft, mit Myrrhe gemischt und als Zäpfchen eingelegt, zieht aus der Gebärmutter Alles wie das Sitzbad. Auch der Blüthenstand wird in der Menge von 3 Drachmen zur Wegschaffung desselben getrunken."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)

"[I.60. - Die Bereitung des Beifussöls] - Artemisia abrotanum (Compositae) - Beifuss
In 9 Pfund des zu Cyperngrasöl gewürzten Öls wirf 8 Pfund (Beifussblätter), lass einen Tag und eine Nacht stehen und presse aus. Wenn du es aber für lange Zeit haltbar machen willst, nimm die ersten Blätter heraus, wirf andere hinein und macerire und presse aus. Es hat aber erwärmende Kraft, ist wirksam gegen Verstopfungen und Verhärtungen in der Gebärmutter, befördert die Menstruation und die Nachgeburt. "
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)

"[V.62. - Minzen-, Polei- und Beifusswein]
Der Minzen-, Polei- und Beifusswein wird auf gleiche Weise wie der aus Thymian bereitet. Sie haben gute Wirkung bei Magenleiden und Appetitlosigkeit und gegen Gelbsucht; sie sind nämlich harntreibend."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)