"Baumwollsaatöl: Es stellt ein Nebenprodukt des Baumwollanbaus dar. Bevor die Baumwolle verarbeitet werden kann, muss sie entkernt werden, was maschinell erfolgt. Die 4-5 mm großen Samen enthalten etwa 15% Öl, das aus Glyceriden der Öl- (30%) und der Linolensäure (45%) besteht. Das rohe Öl enthält im unverseifbaren Anteil eine toxisch wirkende Verbindung, das Gossypol, das bei der Raffination abgetrennt werden muss.
Die Giftwirkung des Gossypols lässt sich wie folgt charakterisieren:
- Akute Toxizität ist gekennzeichnet durch Kreislaufversagen
- Die subakute Toxizität durch Ausbildung eines Lungenödems und
- die chronische Toxizität durch Krankheitsgefühl und Unterernährung."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)

"Verbandwatte aus Baumwolle: besteht aus gereinigten, entfetteten und gebleichten Haaren oder Kämmlingen neuer Baumwolle guter Qualität, die von den Samenschalen verschiedener Arten der Gattung Gossypium stammen.
Die Gattung Gossypium umfasst zahlreiche Arten und Hybriden, die teils in der alten Welt (wie G. arboreum und G. herbaceum), teils in der Neuen Welt (wie G. hirsutum und G. vitifolium) beheimatet sind. Bei der Baumwollernte werden die Haare samt Samen abgelesen oder maschinell eingesammelt. Dann entfernt man die Samen. In Ballen gepresst kommt die Baumwolle auf den Weltmarkt. In den Wattefabriken wird der Pressballen aufgelockert, von Staub und restlichen Schalenteilen befreit. Dann werden Fett und Wachs, welche die Saugfähigkeit unbehandelter Baumwolle nahezu völlig aufheben, durch Kochen mit sodahaltiger Seifenlauge unter Druck entfernt. Anschließend bleicht man und wäscht gut aus. Nach Trocknen und Auflockern wird die Watte verpackt."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)