"Baumwoll würdt vonn dem Plinio unnd andern Lateinischen Xylon unn Gossipium genent. In den Apotecken Cotum / Bombax / und Bombasum.
Baumwoll ist ein staud welcher bletter hat als die Weinreben / aber kleiner. Die blume seind geel / in der mitte aber purpurbraun / zu ringßumbher zerschnitten. Sein frucht ist gestalt wie ein bartende nuß / die voller woll ist / darauß man schöne weisse leinwant spinnet / wie dann sölches das gemäl klärlich anzeygt.
Baumwoll wechßt in Egypten / in der Insel Creta / in Apulia / unnd Maltha. Jetzund pflantzt man diß gesteud auch in unserm Teütschen land inn ettlichen orten / wie andere frembde gewechß mehr. Diß böumlin ist allso fruchtbar / das von stund an so es groß genug würdt / welches ungevärlich in zweyen monaten geschicht / blumen und frucht bey einder hat / unnd hört sölchs zuthun nit auff / biß es von dem kalten winter verhindert würdt.
Baumwoll ist warm und feücht / wie das Serapion bezeügt.
Der safft von den blettern heylet den bauchfluß der jungen kindern / unnd stillt derselbigen grimmen. Der samen ist gut zu dem husten / und andern gebresten der brust. Er mehret auch den mennlichen samen. Mit dem öl so auß dem samen gemacht würt / vertreibt man die roßmucken / und andere masen oder ungestalt des angesichts."
(Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543)