"[II.170. - Basilikum] - Ocimum basiliscum (Labiatae) - Basilikum
Das Basilikum ist bekannt, sein häufiger Genuss bewirkt Stumpfsichtig-
keit; es erweicht den Bauch, treibt die Winde und den Harn und befördert
die Milchabsonderung, ist aber schwer zu verdauen. Mit dem feinen von
den Graupen abgesiebten Mehle, Rosenöl und Essig als Kataplasma heilt
es Lungenentzündung und den Biss des Meerdrachen und des Skorpions;
für sich allein mit Wein von Chios dient es gegen Augenleiden. Sein Saft
entfernt Nebelflecken auf den Augen und trocknet die Flüsse. Der Same,
getrunken, ist ein gutes Mittel bei Melancholie, Harnverhaltung und
Blähungen. Beim Riechen aufgesogen verursacht er vieles Niesen; das-
selbe bewirkt auch das Kraut; man muss aber die Augen fest schliessen
während das Niesen vor sich geht. Einige hüten sich aber davor und
essen es nicht, weil es gekaut und an die Sonne gelegt Würmer erzeugt.
Die Libyer fügen noch hinzu, dass die, welche es gegessen haben und
vom Skorpion gestochen werden, ohne Rettung verloren sind."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)
"[I.59. - Die Bereitung des Basilikumöls] - Ocimum baslilicum (Labiatae) - Basilienkraut
Nimm 20 Pfund Oel, 11 Pfund und 8 Unzen nach Gewicht Basilicumkraut,
pflücke die Blätter ab und macerire sie einen Tag und eine Nacht in dem
Oel, dann presse es aus und setze es weg. Nachdem du sie (die Blätter)
aus dem Presskorbe genommen hast, giesse wiederum die gleiche Menge
Oel darauf und presse aus; es wird dies aber die zweite Sorte genannt;
denn einen dritten Auszug lassen sie nicht zu. Darauf nimm gleichviel
frisches Basilicumkraut, macerire wieder, wie es beim Rosenöl gesagt ist,
indem du das schon zum Ausziehen benutzte Oel aufgiessest und die gleiche
Zeit stehen lässt, presse aus und bewahre es auf. Und wenn du es zum dritten
oder vierten Male machen willst, dann macerire, indem du stets frisches
Basilicum hineingibst. Es kann aber auch aus Oel von unreifen Oliven
hergestellt worden; jedoch ist es besser auf jene Art. Es hat dieselben
Wirkungen wie das Majoranöl, nur weniger kräftig."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)