"Valerensäure: Valerensäure kommt im offizinellen Baldrian in Mengen von 0,1.0,3% vor. Sie bildet weiße Kristalle, die geruch- und geschmacklos sind, in Wasser nur schwer, in Alkohol aber gut löslich sind. Die Substanz ist gegenüber schwachen Säuren und Alkalien stabil und nicht empfindlich gegenüber Luftsauerstoff. Daher lassen sich Baldrianfertigarzneimittel gut lagern.
Valerensäure wirkt in Dosen von 5 mg/kg Körpergewicht bei Versuchen an Mäusen (intraperitoneal injiziert) ZNS-dämpfend."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)
"Isoferulasäure: gehört zu den seltenen Hydroxyzimtsäuren. Man findet sie in Wurzeln und Rhizom des Baldrians."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)
"Baldrian: Unter der Deklaration "Baldrian" werden auf dem Arzneimittelmarkt sehr unterschiedliche Präparate angeboten, die in der chemischen Zusammensetzung nicht miteinander vergleichbar sind. Hinzu kommt, dass die Dosierung der Fertigarzneimittel innerhalb weiter Grenzen schwankt.
Baldrianwurzel besteht aus cen unterirdischen Organen - Wurzelstock, Wurzeln und Ausläufern - von Valeriana officinalis. Die Apothekerware stammt zum größten Teil aus Kulturen, von denen für unser Gebiet die belgischen, die holländischen und die fränkischen am wichtigsten sind. Zur Ernte, die im Herbst oder Frühjahr erfolgt, werden die Wurzelstöcke ausgepflügt, aufgelesen, gut abgeklopft und vom Kraut durch Abdrehen mit der Hand befreit. Die Rhizome schneidet man häufig der Länge nach in zwei Hälften; dadurch lässt sich die besonders auch im Rhizomkopf haftende ERre besser entfernen. An das mechanische Reinigen schließt sich ein Waschvorgang an, Ziel ist, keinen zu hohen Anteil an mineralischen Substanzen in die Handelsware gelangen hzu lassen. Das anschließende Trocknen ist für die chemische Zusammensetzung der späteren Handelsdroge wichtig. Wenn Baldrian bei 30-35°C getrocknet wird, erreicht man zweierlei: einmal, dasse ion möglichst hoher Anteil an thermolabilen Valepotriaten erhalten bleibt, zugleich aber, dass enzymatische Prozesse ablaufen können, welche der Droge das bekannte dunkle Aussehen verleihen. Zugleich entwickelt sich das für Baldrian typische Aroma.
Der Geruch ist durchdringend nach Isovaleriansäure mit an Kampfer einnernder Beinote. Der Geschmack ist süßlich mit bitterem Nachgeschmack.
Solange die Wirkstofffrage bei Baldrianpräparaten nicht geklärt ist, dürfte es sinnvoll sein, für die Wirksamkeit der Droge die durch Geruch und Geschmack ausgelösten Reflexe als maßgeblich zu bezeichnen. Präparate, welche sensorische Wirkungen hervorzubringen imstande sind, haben die folgenden Anwendungsgebiete: Einschlafstörungen, nervöse Erregungszustände, nervös bedingte, kramfartige Schmerzen im Magen- und Darmbereich."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)
"Valepotriate und Baldrianöl: Ausgangsmaterial zur industriellen Gewinnung der Valepotriate enthaltenden Extrakte sind die Wurzel von Valeriana wallichii (pakistanischer Baldrian) und die unterirdischen Organe mehrerer in Mexiko wild vorkommender Valeriana-Arten.
Ein Großteil der Droge von V. wallichii wird in Afghanistan gesammelt und von dort nach Indien exportiert. Nach Europa gelangen zwei Sorten, die sich in der Valepotriatführung unterscheiden. Da Studien zur Toxizität fehlen, sind Valepotriate in Ländern mit strengen Arzneimittelgesetzen nicht zugelassen.
Anwendungsgebiete sind die Beeinflussung psychovegetativer und psychosomatischer Störungen bei Unruhe, Angst- und Spannungszuständen und gegen Konzentrationsschwäche."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)