"Großer Baldrian, Gartenbaldrian, römischer Baldrian, welscher Baldrian, große Augenwurz, große Katzenwurz, große Theriakwurz, Zahnkraut, Zehrkraut, Speerkraut, Spiekkraut, großes St. Gürgenskraut, großes Denmark, wilder Nardus.
Wächst in Schlesien, ferner bey Tübingen und Hechingen, in Schwaben und Elsaß, so wie auch in Sibirien, an feuchten Orten und in bergigen Wäldern.
Blühet im Junius und Julius.
Die Wurzel der Valeriana Phu wird man immer sehr leicht von der der Valeriana officinalis unterscheiden können, wenn man auf den Wurzelstock sieht, der schief in der Erde liegt, ungefähr zwey Zoll lang, von der Stärke einer Treppenfeder, geringelt und an der untern Seite nur mit Wurzelfasern besetzt ist, die viel stärker und im trocknen Zustande viel heller von Farbe sind als bey der Valeriana officinalis, wo sie aus einem sehr kurzen, fast abgebissenen Wurzelstocke an allen Seiten hervorkommen, so, daß man diesen davor nicht sehen kann. - Zwar findet ma bey alten Wurzeln der Veleriana Phu zuweilen auch den Wurzelstock am obern Theile ringsum mit Wurzelfasern besetzt; aber dann ragt zwischen diesen der untere Theil des Wurzelstocks, der in diesem Falle oft von Wurzelfasern ganz entblößt ist, sehr deutlich seitwärts hervor, so, daß man sie, selbst im trocknen Zustande, noch sehr gut unterscheiden kann.
Die Wurzel der Valeriana Phu, welche in den Apotheken unter dem Nahmen Radix Valerianae majoris bekannt ist, muß eben so sorgfältig wie die der Valeriana officinalis aufbewahrt werden. In Rücksicht ihrer Bestandtheile und therapeutischen Eigenschaften kommt sie auch mit dieser ziemlich überein."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Dritter Band. 1815.)