"[Phu] - Valeriana dioscorides oder Valeriana officinalis (Valerinaceae) - Gemeiner Baldrian.
Das Phu - Einige nennen auch dieses wilde Narde - wächst in Pontus und hat Blätter ähnlich denen der wilden Pastinake oder des Pferdseppich, einen ellenlangen oder höheren Stängel, glatt, weich, etwas purpurfarbig, innen hohl und durch Gelenke etwas abgeteilt. Die Blüte kommt auf die der Narde hinaus, ist aber größer und zarter und vom weißen Grunde aus purpurartig gefärbt. Die Wurzel hat am oberen Teile die Dicke des kleinen Fingers, sie hat aber daran querlaufende Würzelchen wie etwa die Binse oder die schwarze Nieswurz, unter einander verflochten, gelblich, wohlriechend, an Duft der Narde ähnelnd, aber mit einer gewissen stinkenden Strenge.
Trocken genommen hat es die Kraft, zu erwärmen und den Urin zu treiben; auch seine Abkochung leistet dasselbe und wirkt gegen Seitenschmerz. Es befördert die Katamenien und wird den Gegengiften zugemischt. Es wird verfälscht durch Beimengung der Wurzeln der Stachelmyrte; ihre Erkennung ist aber leicht, denn sie sind härter und schwerer zu zerbrechen und ohne Wohlgeruch."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)