"[I.3. - Bärwurz] - Athamantha meum (Umbelliferae) - Mutter- oder Bärwurz, Bärendill, Bärenfenchel
Das sogenannte athamantische Meon wächst sehr häufig in Makedonien und Spanien, an Stängel und Blättern dem Dill ähnlich, aber es ist dicker [kürzer] als der Dill. Es erreicht eine Größe von etwa zwei Ellen, ist [auch oft] unten besetzt mit zarten, querlaufenden und geraden, langen, wohlriechenden, auf der Zunge brennenden Wurzeln.
Diese, mit Wasser gekocht oder auch ungekocht, fein zerrieben und genossen, lindern die Schmerzen bei Blasen- und Nierenverstopfung und sind ein gutes Mittel gegen Harnverhaltung, gegen Aufblähen des Magens und Leibschneiden, auch bei hysterischen Zuständen und Gelenkleiden. Fein gerieben mit Honig als Latwerge dienen sie gegen Brustrheumatismus, als Abkochung zum Sitzbade verwandt leiten sie das Blut ab durch die Menstruation Auf die Schamteile der Kinder gelegt, treiben sie den Harn. Wird es mehr, als nötig ist, genommen, so verursacht es Kopfschmerz."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)