"Gallussäure: Es handelt sich um ein farbloses bis schwach gelblich gefärbtes Pulver, das geruchlos und löslich in Wasser ist. Es wurde als Reagens in das DAB aufgenommen und dient als Leitsubstanz bei der dünnschichtchromatografischen Prüfung der Bärentraubenblätter.
Freie Gallussäure kommt in allen Drogen als Begleitstoff vor, die reich an Gallotanninen sind, z.B. Bärentraubenblätter von Arctostaphylos uva-ursi und Hamamelisrinde von Hamamelis virginiana."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)

"Bärentraubenblätter: Die getrockneten Laubblätter von Arctostaphylos uva-ursi, einem kleinen immergrünen Zwergstrauch, der in Nord- und Mitteleuropa, in Asien und in Nordamerika verbreitet ist. Die Ganzdroge ist fast geruchlos; die frisch pulverisierte Droge riecht schwach aromatisch, etwas an schwarzen Tee erinnernd. Der Geschmack ist adstringierend und schwach bitter.
Das antibiotische Wirkungsspektrum des Arbutins erstreckt sich auf zahlreiche Stämme der Gattungen Citrobacter, Enterobacter, Escherichia, Klebsiella, Proteus, Pseudomonas und Staphylococcus. Bärentraubenblätter können als Adjuvans bei Blasen- und Nierenbeckenkatarrhen nützlich sein.
Trinken von Bärentraubenblättertee über längere Zeiträume kann zur chronischen Hydrochinonvergiftung führen. Akute Unverträglichkeiten sind hauptsächlich auf den hohen Gerbstoffgehalt der Droge zurückzuführen. Bereits nach Zufuhr therapeutischer Dosen können Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen auftreten. Bei längerer Anwendung kann die stopfende Wirkung lästig sein. Wegen der noch ungeklärten Toxikologie der Gerbstoffe empfiehlt es sich, die Dauer einer Bärentraubenblätterkur möglichst kurz zu bemessen. Auch sollen Zubereitungen der Droge nicht während der Schwangerschaft angewendet werden.
Bärentraubenblätter dienen zur Herstellung von Tinkturen und Extrakten, die zu Kombinationspräparaten in Liquidum- oder in Drageeform weiterverarbeitet werden. die kleingeschnittene Droge ist Bestandteil industriell hergestellter Teemischungen (Nieren- und Blasentee, Species Urologicae)."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)