"[III.80. - Bärenklau] - Heracleum sphondylium (Umbelliferae) - Bärenklau
Das Sphondylion [Einige nennen es Arange, Andere Phalangion, Asterion, Nisyris, Sphondylis, Chorodanon, Oinanthe, die Römer Herba rutinalis, die Ägypter Apsapher, die Propheten Osiris] hat Blätter in etwa denen der Platane ähnlich, denen des Steckenkrauts sich nähernd, Stengel von der Höhe einer Elle und auch größer, dem Fenchel ähnlich, mit Dolden an der Spitze, in denen der dem Sesel gleichende doppelte Samen sitzt, der aber breiter, weißer, mehr spreuartig ist und durchdringend riecht. Es hat gelbe oder weiße Blüten, eine weiße rettigähnlich Wurzel und wächst in Sümpfen und an feuchten Stellen. Seine Frucht scheidet, getrunken, den Schleim durch den Stuhlgang aus; weiter heilt sie, getrunken, Leberleiden, Gelbsucht, Orthopnöe, Epilepsie und Mutterkrämpfe. In der Räucherung weckt sie die von Schlafsucht Befallenen auf. Mit Öl auf den Kopf gestrichen ist sie ein gutes Mittel für solche, die an Gehirnkrankheit, Lethargie und Kopfschmerzen leiden; mit Raute als Umschlag heilt sie Schlangenbisse. Auch die Wurzel wird Gelbsüchtigen und Leberleidenden gegeben. Ringsum abgeschabt und eingelegt bringt sie Wulste in Fisteln zum Verschwinden. Der Saft der frischen Blüten ist ein gutes Mittel gegen geschwürige und eiterflüssige Ohren. Nach seiner Darstellung wird er aufbewahrt wie die übrigen Säfte."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)