"[III.76. - Daukos] - Athamantha cretensis - Kretische Augenwurz, Peucedanum cerveria (Umbelliferae) - Hirschwurz, Seseli moides oder Ammi majus
Der Daukos -Einige nennen ihn Daukeion - Es gibt eine Art, den kretischen, welcher fenchelähnliche Blätter hat, kleiner jedoch und zarter, einen eine Spanne langen Stengel, eine dem Koriander ähnliche Dolde und weiße Blüten. In diesen befindet sich die weiße, rauhe, beim Kauen scharfe und wohlriechende Frucht. Die Wurzel ist fingerdick, eine Spanne lang. Er steht an felsigen und sonnigen Stellen. Eine andere Art gleicht dem wilden Sellerie, ist gewürzhaft, scharf, wohlriechend und hat brennenden Geschmack. Der kretische ist der bessere. Eine dritte Art gleicht in den Blättern dem Koriander, hat auch weiße Blüten, aber ein Köpfchen und eine Frucht wie der Dill, dabei eine Dolde wie die wilde Möhre, voll von scharfen und länglichen Samen wie beim Mutterkümmel. Der Same aller Arten hat erwärmende Kraft. Getrunken befördert er die Menstruation, treibt den Embryo aus und den Harn, beseitigt Leibschneiden und lindert chronischen Husten. Mit Wein getrunken hilft er gegen Spinnenstiche und zerteilt im Kataplasma Ödeme. Von den beiden letzten ist nur der Same im Gebrauch, vom kretischen aber auch die Wurzel, welche meistens mit Wein gegen giftige Tiere getrunken wird."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)